Nach Konkurs des Nationalzirkus Knie - wie geht es weiter? Für kranken "Colonel Joe" ist kein Ende der Tortour abzusehen, 2. Anzeige des VgT

Laaben (OTS) - Nach der Bekanntmachung über den Konkurs des Zirkusunternehmens Louis Knie weiß bis jetzt noch niemand, wie es weitergeht. Einerseits wurde verlautbart, daß "Prominenz" wie Richard Lugner versuchen will, das Unternehmen zu "retten", andererseits heißt es, Knie stehe endgültig vor dem Aus. Es könnte jedoch auch sein, daß der Konkursantrag nur ein Trick war, um mit einem 20%igen Ausgleich einen Großteil der Schulden loszuwerden und in der nächsten Saison (die ja schon geplant ist) unter dem Namen von Herrn Louis Knie jun. fröhlich weiterzumachen. Auch in den gestrigen "Seitenblicken" berichtete der ORF über den in Konkursnöte geratenen Zirkus Knie. Wieder wurden mit keinem Wort die Tierschützer erwähnt, die wesentlich dazu beigetragen haben, den Menschen die Augen über die permanente Tierquälerei zu öffnen und die Besucherzahlen kontinuierlich schwinden ließ. Im Beitrag kamen dafür etliche Knie-Angestellte zu Wort und der ORF verbreitete wieder einmal völlig unkritisch deren Lügen über die Glitzerwelt des Zirkus.

Die Wahrheit sieht allerdings so aus:

- Ein Tier-Zirkus wie der Zirkus Knie ist brutale Realität für alle Tiere, die dort leben und arbeiten müssen. Sie werden getreten, u.a. mit Eisenhaken geschlagen und durch lebenslanges Gefügigmachen und Zwangsmaßnahmen zu widernatürlichen Verhaltensweisen gezwungen.

- Zirkus mit Wildtieren kann den Kindern niemals den richtigen Umgang mit der Natur beibringen, wo Tiere erniedrigt und zu Clowns degradiert werden und - wie der kranke Elefant "Colonel Joe" - auf zwei Beinen stehen und noch zwei Menschen tragen muß.

Tatsache ist, daß etliche der im Zirkus Knie "engagierten" Wildtiere nur geleast sind, sich also nicht in dessen Besitz befinden, dazu zählen die Raubkatzen und z.Z. auch der bedauernswerte Elefantenbulle "Colonel Joe". Zusätzlich besitzt Knie etwa 60 Tiere, wie verschiedene Rinderrassen, Kamele, Lamas, Emus, Pferde, Zebras und Zwergziegen. Diese Tiere kommen laut Auskunft des Masseverwalters, Rechtsanwalt Dr. Bruckner, am 7. Jänner, nach Schloßhof in das Winterquartier. Der aus den USA stammende Elefantenbulle, der nach Europa "flüchten" mußte, weil auch dort die Proteste von Tierschützern zu heftig geworden waren, geht jedoch weiter auf Reise, sein nächstes Ziel ist vermutlich Schweden. Der "Verein gegen Tierfabriken" hat diesbezüglich eine weitere Anzeige beim zuständigen Veterinäramt eingebracht, die unter anderem folgendes zum Inhalt hatte:

"Nach Gesprächen mit Experten und Recherchen kann man den Schluß zulassen, daß der Elefantenbulle "Colonel Joe" ernsthaft erkrankt ist. Besonders der linke Vorderfuß weist auf eine mögliche Erkrankung wie Artritis oder ähnliches hin. Auch das oftmalige Stehen auf den Hinterbeinen bedeutet für dieses schwere Tier eine enorme Belastung. Außerdem ist das Zelt in dem das Tier auftritt nachweislich zugig und selbst beim theoretischen Zustandebringen von 15 Grad Celsius, ist Zugluft bei Erkrankungen, wie etwa Rheuma, schädlich. "Colonel Joe" soll am 7. Jänner nach Schweden transportiert werden, Expertenmeinungen zufolge ist von einem Transport im Winter auf jeden Fall abzuraten. Ein unabhängiges Expertengutachten kann am besten über den Zustand dieses Tieres urteilen und müßte ein Röntgen sämtlicher Gelenke sowie ein großes Blutbild mit Rheumafaktor und Organbefund beinhalten."

Laut zuständigem Amtsveterinär, Mag. Gsandtner, wurde dieses Gutachten von einem "unabhängigen" Tierarzt, dessen Name jedoch verheimlicht wurde, erstellt und ergab, daß der Elefant "keinerlei Probleme" habe. Vermutungen von seiten des Tierschutzes gehen jedoch dahin, daß es sich dabei keineswegs um einen Elefantenexperten handeln konnte, denn es wurde weder ein Blutbild, noch eine Röntgenaufnahme gemacht. Die Behörde wäscht also wieder einmal ihre Hände in Unschuld und am erbärmlichen Zustand der Tiere ändert sich nichts. "Colonel Joe" wird wohl trotz heftigster Bemühungen von Tierschutzseite seine beschwerliche Reise antreten und bis zum Umfallen seine Kunststücke vorzeigen müssen. Und das, obwohl Herr Mag. Gsandtner selbst in den "Richtlinien für die Haltung von Wildtieren in Zirkusunternehmen" der Wiener Umweltanwaltschaft festgestellt hat, daß "nicht tiergerechte Dressurleistungen verboten sind" und "das Stehen auf den Hinterbeinen zu Gelenks- und Bandscheibenschäden führen kann." Für Österreich sollte es zwar ab 2005 ein "Aus" für Wildtiere in Zirkussen geben (kurioserweise jedoch ausgenommen Löwen und Tiger!), da die Länder die 15a-Vereinbarung für den außerlandwirtschaftlichen Bereich unterzeichnet haben, doch ist dies nur eine freiwillige Vereinbarung der Länder, die dies jederzeit wieder kündigen können und erst in Landesrecht umsetzen müssen. Bis dahin werden sämtliche Wildtiere weiterhin quer durch Europa "jetten", um einem zweifelhaftem Publikum ihre Kunststücke vorzuführen.

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