ARBÖ: "Unfallhorrorbilanz" nicht eingetreten - Sicherheitsbewußtsein der Kraftfahrer steigt

Wien (ARBÖ) - Die heute veröffentlichte Unfallbilanz für das
Jahr 2000 zeigt, dass die oftmals prognostizierte "Unfallhorrorbilanz" nicht eingetreten ist. Im vergangenen Jahr
ist es nach Meinung vom ARBÖ bei der Ankündigung von Verkehrssicherheitskonzepten durch das Innenministerium und durch das Verkehrsministerium geblieben. Derartige Ankündigungen verändern nicht das Verhalten der Kraftfahrer. Diese haben selbst durch Eigeninitiative und Eigenverantwortung den größten Beitrag geleistet, das Verkehrsgeschehen auf Österreichs Straßen unfallfrei zu gestalten, so der ARBÖ.

"Es ist unbestritten, dass jeder Verkehrstote zuviel ist. Wir benötigen daher auch in Zukunft große Anstrengungen in der Bewusstseinsbildung, um einen gesellschaftlichen Konsens über das Verhalten im Straßenverkehr zu erreichen. Das Ziel muss sein, Kooperation statt Konkurrenz und Verantwortung statt Gleichgültigkeit unter allen Verkehrsteilnehmern zu erreichen. Der ARBÖ wird auch weiterhin alle Maßnahmen, die zur Bewusstseinsbildung der Kraftfahrer beitragen, unterstützen", stellte ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter fest.

Sicherheit hängt auch mit gut ausgebauten Straßen zusammen

Nach Meinung des ARBÖ kann nur durch eine ständige Verkehrserziehung und durch Kontrollen der Exekutive, die Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen weiter angehoben werden. ARBÖ-Präsident Dr. Schachter: "Verkehrsüberwachung ist notwendig, die bestehenden Gesetze sind dazu völlig ausreichend. Aus unserer Sicht sollte die Überwachung risikobezogener und effizienter bei den Gefahrenstellen erfolgen, wo die
Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefährliche Folgen haben kann."

Die Verkehrssicherheit, insbesondere die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, hängt auch mit gut ausgebauten und erhaltenen Straßen zusammen. Schwere Unfälle im vergangenen Jahr haben auf Österreichs Autobahnen gezeigt, dass der stetig steigende unternehmerische Schwerverkehr das Unfallrisiko ansteigen lässt. Fehlende Konzepte im Straßenbau, Ausbau zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und gleichfalls Sanierung von
Unfallschwerpunkten sind Aufgaben, die kaum wahrgenommen wurden.
Die finanziellen Mittel für einen verkehrssicheren Straßenbau sind zweifellos vorhanden.

Neben Bewußtseinsbildung und Überwachung müsste daher auch verstärkt Unfallforschung dort betrieben werden, wo es besondere Gefahrenstellen gibt. "Gefahrenstellen gehören ausgemerzt und die Straßen baulich in einen einwandfreien, sicheren Zustand gebracht. Es ist geradezu fahrlässig, wichtige Straßenbauvorhaben auf die lange Bank zu schieben - mit der mangelhaften Finanzierung des Straßenbaus wird der Verkehrssicherheit ein schlechter Dienst erwiesen", kritisiert ARBÖ-Präsident Dr. Schachter.

Es gibt noch viel zu tun

Bedauerlich ist, dass die Verwendung von Sicherheitsgurten abnimmt. Nach Ansicht des ARBÖ ist gerade bei der Tragequote ein großes Sicherheitspotenzial vorhanden.132 Menschen verloren im
Jahr 2000 ihr Leben, weil sie sich nicht angegurtet hatten. Das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, ist neunmal so hoch
wie für Fahrzeuginsassen, die angegurtet sind. Trotzdem ist jeder vierte Österreicher ohne Gurt unterwegs, rund ein Drittel der Kinder wird völlig ungesichert befördert.

Durch konsequente Verwendung des lebensrettenden Gurts könnte viel erreicht werden. Dies gilt auch für die Verwendung von Kindersitzen, um die schwächsten Verkehrsteilnehmer ausreichend zu schützen. Wünschenswert wäre eine bundesweite Aufklärungskampagne, um darzulegen, wie der Sicherheitsgurt und natürlich auch die Kinderrückhaltesysteme oft Unfallfolgen verhindern bzw. mindern.

Verstärkt gehört die Absicherung von Autobahnauf- und -abfahrten zur Vermeidung von Geisterfahrern. Die Bilanz der Verkehrsredaktion von Ö3 mit über 500 Geisterfahrermeldungen im vergangenen Jahr zeigt den erforderlichen Handlungsbedarf allzu deutlich.

"Man muss in der Öffentlichkeit eine Bewusstseinsbildung für alle Verkehrsteilnehmer immer wieder neu entfachen, um die Sicherheit auf unseren Straßen zum 'obersten Gebot' zu machen. Bund, Länder, Gemeinden, Interessensvertretungen und Medien sind aufgefordert gemeinsam mit den Kraftfahrerorganisationen für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen zu werben, um die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten weiter zu senken, sowie das
menschliche Leid zu lindern. Das gemeinsame Ziel - mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen zu bewirken - darf auch 2001 nicht aus den Augen verloren werden", stellte ARBÖ-Präsident Dr. Schachter abschließend fest.

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