AK Wien Test: Schadstoffe in frisch gepressten Orangensäften

Grenzwert muss herabgesetzt werden

Wien (AK) - Frisch gepresste Orangensäfte enthalten nach wie vor Rückstände von Oberflächenbehandlungsmitteln aus Zitrusfruchtschalen. Das zeigt ein aktueller Test der AK-Konsumentenschützer in Wiener Saftbars, Einkaufszentren, Super- und Drogeriemärkten. Konsumenten dürfen nicht getäuscht werden. Sie erwarten sich bei einem frischen Saft auch eine einwandfreie Qualität, sagen die AK-Konsumentenschützer. Im Geschäft müssen behandelte Früchte gekennzeichnet sein. Die AK-Konsumentenschützer fordern daher, dass auch frisch gepresste Säfte, die aus oberflächenbehandelten Früchten hergestellt werden, gekennzeichnet werden. Zudem sollte der Grenzwert für Oberflächenbehandlungsmittel in Zitrussäften herabgesetzt werden. ****

Winterzeit ist für viele auch Grippezeit - daher sind bei den Konsumenten gerade in dieser Jahreszeit frisch gepresste Säfte als Vitaminspritze sehr beliebt. Die AK-Konsumentenschützer haben bei 26 Anbietern frisch gepresste Orangensäfte eingekauft, und zwar in Saftbars, Einkaufszentren, Märkten, Super- und Drogeriemärkten in Wien. Die frischen Säfte wurden auf Oberflächenbehandlungsmittel aus den Obstschalen untersucht.

Schadstoffe
Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der frisch gepressten Säfte enthielt die Oberflächenbehandlungsmittel Thiabendazol und ortho-Pehnylphenol. Bei 15 Prozent lag der Schadstoffgehalt sogar über dem derzeit geltenden Grenzwert. Nach der strengeren deutschen Grenzwert-Regelung enthielten sogar 27 Prozent der untersuchten Säfte zuviel Chemie.

Die AK-Konsumentenschützer haben auch 1999 die frisch gepressten Orangensäfte untersucht. Das Ergebnis war genau so wenig erfreulich wie jetzt: Bei knapp der Hälfte der frisch gepressten Säfte waren Oberflächenbehandlungsmittel aus den Schalen zu finden.

Täuschung
Thiabendazol (E233) und ortho-Phenylphenol (E232) werden zur Schädlingsbekämpfung und zur Oberflächenbehandlung von Zitrusfrüchten eingesetzt. Die Grenzwerte für Thiabendazol in Lebensmitteln betragen 0,05 Milligramm je Kilogramm, für ortho-Phenylphenol ist ein Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm zulässig.
In Deutschland gilt für Thiabendazol in Zitrussäften ein noch niedrigerer Grenzwert von 0,01 Milligramm je Kilogramm.

Offene oder verpackte Früchte müssen gekennzeichnet sein, dass sie mit solchen Konservierungsmitteln behandelt wurden.

Niedrigere Grenzwerte
Gerade bei frisch gepressten Säften und bei Preisen zwischen 50 und 156 Schilling pro Liter erwarten Konsumenten naturbelassene Früchte, sagen die AK-Verbraucherschützer. Die Konsumenten brauchen mehr Sicherheit.

Daher verlangt die AK eine klare Grenzwertregelung speziell für Zitrussäfte. Außerdem soll der Grenzwert für Thiabendazol - genau so wie in Deutschland - auf 0,01 Milligramm pro Kilogramm herabgesetzt werden.

Zudem müssen frisch gepresste Säfte gekennzeichnet werden, wenn sie behandelte Zitrusfrüchte enthalten, fordern die AK-Konsumentenschützer.

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