ÖAMTC: Jahr 2000 weist beste Unfallbilanz seit 50 Jahren auf

120 Tote weniger als im Vorjahr - auch ohne Punkteführerschein

Wien (ÖAMTC-Presse) - Nach den vorläufigen Zahlen könnte das Jahr 2000 die beste Unfallstatistik seit 50 Jahren ausweisen, berichtet der ÖAMTC. Im Vergleich zu 1999 sind im Straßenverkehr im Jahr 2000 um 120 Todesopfer weniger zu beklagen. "Und dies auch ohne Punkteführerschein und drakonische Strafen", erklärt Dr. Karl Obermair, Bereichsleiter für Verkehrssicherheit und Konsumentenschutz beim ÖAMTC. Setzt sich der Positivtrend der letzten Jahrzehnte fort, könnte das vom Club formulierte Verkehrssicherheitsziel, die Reduktion der tödlich Verunglückten auf 600 bis zum Jahr 2005, erreicht werden.

Bis zum 31.12.2000 waren 959 Todesopfer (ohne Berücksichtigung der 30 Tages-Frist) im Straßenverkehr zu beklagen, 1999 waren es 1079. Das bedeutet einen Rückgang von rund 11 Prozent. "Während sich die Opferbilanz bei Fußgängern, Radfahrern und Pkw-Insassen deutlich verbessert hat, gibt es eine Verschlechterung in den Bereichen Lkw und Motorrad", weiß Obermair.

Betrachtet man die Unfallursachen im Detail, so gab es 2000 deutlich weniger tödliche Unfälle auf Grund von Vorrangverletzungen (-23%), Alkoholdelikten (-22%) und nicht angepasster Geschwindigkeit (-7%). Gestiegen ist die Zahl der Todesopfer durch Unfälle infolge von Unachtsamkeit und Ablenkung während der Fahrt (+27%).

Analysiert man den Zeitraum seit 1972, dem mit knapp 3000 Toten bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik, werden die enormen Fortschritte in der Verbesserung der Verkehrssicherheit deutlich sichtbar. "Ein Drittel der Todesopfer bei mehr als dreimal so viel Verkehr bedeutet in Wahrheit eine Verbesserung um nicht weniger als den Faktor 9", betont Obermair.

Das Jahr 2000 hat gezeigt, dass die konsequente Kontrolle bestehender Vorschriften in der Praxis sehr viel mehr bringt, als die akademische Diskussion um drakonische Strafen und immer neue Gesetze. "Das bestätigt auch eine aktuelle Repräsentativumfrage unter mehr als 2000 österreichischen Autofahrern, die allen 'Scharfmachern' eine klare Absage erteilt: 75 Prozent der Befragten lehnen höhere Strafen ab. Nur 20 Prozent glauben an eine abschreckende Wirkung, die absolute Mehrheit plädiert dafür, die bestehenden Gesetze besser zu kontrollieren, ehe man die Strafen erhöht", weiß Obermair.
Trotz dieser positiven Unfallbilanz 2000 müssen natürlich alle Anstrengungen unternommen werden, um die Opferzahlen in den nächsten Jahren weiter zu senken. Der ÖAMTC schlägt ein umfassendes Verkehrssicherheitspaket vor, das eine Reihe gezielter Maßnahmen enthält:
Erhöhung der Gurtanlege- und Kindersicherungsquoten
Entschärfung von Unfallschwerpunkten, Sanierung einröhriger Gefahrentunnel und professionelleres Baustellenmanagement (Gegenverkehrsbereiche)
Verbesserung der Führerscheinausbildung in Theorie und Praxis durch Einführung richtungsweisender Mehrphasenmodelle
Rigoroses Vorgehen gegen Alkolenker und Raser
Konsequente und gezielte Verkehrskontrollen durch die Exekutive mit Schwerpunkt Lkw (Geschwindigkeit, Abstand, Ruhenszeiten, technischer Zustand von Fahrzeug und Ladegut)

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Stefan Skrabal

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