"Profit Neujahr"

ÖGB Driemer: Unheilige Allianz von Sozialabbau und Ausländerfeindlichkeit

Wien (GBH/ÖGB). " Es ist schon erstaunlich, wie jene, die ausländische Facharbeiter in Nicht-EU-Staaten anwerben wollen, Hand in Hand mit jenen die ihre Wahlerfolge über ausländerfeindliche Parolen erzielen wollen, am Sozialabbau basteln", kritisiert Johann Driemer, der Bundesvorsitzende der GBH und ÖGB Vizepräsident.++++

"Wir brauchen einen geordneten Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt, lange Übergangsfristen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit und bei der Dienstleistungsfreiheit im Zuge der EU-Osterweiterung und wir brauchen eine Harmonisierung zwischen Aufenthalts- und Beschäftigungsrecht", stellte Driemer anläßlich der jüngsten Vorstöße der Bundesregierung und der Wirtschaftskammer zur Anwerbung von Facharbeitern fest. Driemer kann diesen Vorschlag wenig Positives abgewinnen. Driemer wörtlich: "Eine Ausbildungsoffensive für die in Österreich beschäftigten in- und ausländischen ArbeitnehmerInnen ist zukunftsorientierter und menschlicher, als das Anwerben von 'sogenannten' Facharbeitern." In einer globalisierten Welt ist - wie Driemer hervorhebt - die Ausbildung der Arbeitskräfte einer der wichtigsten
Faktoren für einen Wirtschaftsstandort.

Driemer weiter: "Wer jetzt Facharbeiter anwerben will um damit das österreichische Lohn- und Sozialniveau zu drücken, bereitet damit jenen, die mit einer 'Ausländer raus' Politik punkten wollen, den Boden auf." Die EU-Osterweiterung wird vor allem aufgrund der verstärkten Pendlertätigkeit aus den Beitrittsländern für den österreichischen Arbeitsmarkt eine deutliche Belastung darstellen.

Jetzt schon den österreichischen Arbeitsmarkt durch Anwerben von zusätzlichen ausländischen Arbeitskräften zu belasten und diese Menschen dann womöglich in einigen Jahren wieder heim zu schicken, zeigt, laut Driemer, von einem erschreckenden Menschenbild. "Wir brauchen keinen Sozialabbau und keine Profitmaximierung auf Kosten der Menschlichkeit, aber wir brauchen auch keine Ausländerfeindlichkeit und kein Spiel mit den berechtigten Ängsten der Menschen", betont Driemer und fordert das endlich eine Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive für die ArbeitnehmerInnen in Österreich gestartet wird. (aw)

ÖGB, 29. Dezember 2000
Nr. 1110

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