AK: Hundertausende Schilling an zusätzlicher Steuerbelastung erspart

Höhere Steuern bei Ende der Dienstverhältnisse treffen die Falschen

Wien (AK) - Mehr als 5 Millionen Schilling an offenen Ansprüchen hat die AK Wien für einige ArbeitnehmerInnen noch kurz vor Jahreswechsel hereinbringen können, Freut sich Hans Trenner, Leiter der Abteilung Rechtsschutz in der AK Wien: "Das ging nur in einer beispiellosen Feuerwehraktion. Die betroffenen Arbeitnehmer sind doppelte Gewinner." Wären die Prozesse erst im kommenden Jahr beendet worden, hätten die Betroffenen zwar ihr offenes Entgelt erhalten, dafür aber doppelt Steuern zahlen müssen. Durch den Einsatz der AK-ExpertInnen blieb nun doch einigen dieses "Schicksal" erspart. Die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen rund um die Beendigung von Dienstverhältnissen bringen massive Verschlechterungen für die Arbeitnehmer, kritisiert Trenner.****

Galt bisher der günstigere Durchschnittssteuersatz des Vorjahres werden Nachzahlungen für offenen Lohn, Gehalt und Entgelt etwa für Überstunden ab dem 1. Jänner 2001 voll besteuert. Die Arbeitnehmervertretungen haben die Anhebung der Steuern bei Ende eines Dienstverhältnisses immer heftig kritisiert. Grund der Kritik:
Es ist nicht einzusehen, dass Arbeitnehmer, die für nicht ausbezahlte berechtigte Forderungen wegen eines langen Gerichtsweges bereits teure Zwischenfinanzierungen in Kauf nehmen, dann auch noch höhere Steuern abführen müssen, nur weil der Arbeitgeber das zustehende Geld nicht pünktlich ausbezahlt hat.

Die Regierung hat im Dezember einschneidenden Änderungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschlossen - auch im Falle der Beendigung eines Dienstverhältnisses. Neben den höheren Steuern bei Ende des Dienstverhältnisses zählt Trenner insbesondere noch auf:
+ Urlaubsentschädigung bei Kündigung wird nur noch anteilig ausbezahlt
+ keine Freizeit zur Postensuche bei Selbstkündigung
+ Verschlechterungen bei Firmenpleiten:
Zinsen für die Zeit, in der auf den offenen Lohn gewartet wird, gibt es nur noch bis zum Tag der Insolvenzeröffnung - auch wenn die Auszahlung der Ansprüche erst Monate später erfolgt.
Ansprüche, die länger als 6 Monate vor Insolvenzeröffnung fällig waren, werden nicht ausbezahlt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 501 65-2578
email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.at

AK Wien Presse Thomas Angerer

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW