Für Inlandspresse - Das WirtschaftsBlatt - Kommentar -

"Ein turbulentes, erfolgreiches, ein gutes Jahr" von Jens Tschebull

Wien (OTS) - Wirtschaftlich betrachtet war das Jahr 2000 ein schnelles, an Ereignissen dichtes, vor allem aber ein gutes Jahr. Das Nationalprodukt steigt, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Staatseinnahmen sprudeln nicht nur wegen des höheren Abgabendruckes, sondern auch wegen höherer Einkommen. Die Exporte explodierten, trotz staatlicher Sparsamkeit wurde viel gebaut. Das Weihnachtsgeschäft war glänzend. Der Kapitalismus ist schon wieder nicht zusammengebrochen. Oppositioneller Widerstand muss mühsam sein; insbesondere wenn die Schlagfolge in Wirtschaft und Politik so schnell ist, dass zum Intrigieren, Paktieren, Akkordieren und Protestieren kaum Atem bleibt. Welche Handy-Gesellschaft gehört jetzt wem? Und wie war das mit der Postsparkasse? Wurde die Lauda Air tatsächlich mit der Telekom und der Antel-Film zur Bundesbahn verschmolzen? Bei so viel Bewegung in der Hauptmanege, die das Jahr so schnell vergehen liess, aber rückblickend lange erscheinen lässt, bleibt die Spitzelaffäre, Bank Burgenland-Skandal, "Euroteam"-Prozess oder päpstliche Christbaumerleuchtung in den Nebenmanegen des Polit-Zirkus vom Standpunkt der Wirtschaft aus nur ein Betätigungsfeld für Pausenclowns. Selten wurden in einem Jahr so viele Tabus angerührt:
Vom Kostenbeitrag für den Ambulanzbesuch bis zum Kostenbeitrag für den Universitätsbesuch und zum überfälligen ersten Schritt der Erhöhung des Pensionsantrittsalters. Dazu die zügige Privatisierung mit dem Wermutstropfen, dass die Erlöse zum Grossteil für die Tilgung von Restschulden der alten Staatsindustrie verwendet werden müssen. "Es ist ein wunderbares kreatives Chaos voll von Überraschungen, Chancen und unternehmerischem Handlungsbedarf. In einem Jahr, in dem Rückstände von Jahrzehnten angefasst und teilweise entsorgt wurden, ist der "Sanktionen" genannte Versuch eines internationen Mobbings gegen Österreich zu dem geworden, zu dem er von Anfang an verdammt schien: Eine kuriose Fussnote in der Europäischen Lokalgeschichte. Unter der Glocke des tagespolitischen Schlachtenlärms konnten die einzelnen Unternehmen unbemerkt Postitionen wechseln und beherrschende Stellungen erklimmen. Die Bilanzen für das ablaufende Jahr werden sehr gut ausfallen. (Schluss) JT

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