Fleischwirtschaft schlägt Alarm: Finanzierung der Maßnahmen gegen BSE noch ungeklärt

Hannes Mraz: Politik muss noch wesentliche organisatorische und finanzielle Vorfragen klären und bundesweit koordinierte Vorgangsweise sicherstellen

Wien (PWK) - "Wenn die Politik in Österreich nicht bald eine Lösung findet, um die Milliarden-Kosten für die geplanten Maßnahmen gegen BSE langfristig abzudecken, dann ist damit zu rechnen, dass die Schlachtungen von Rindern in Österreich - zumindest für die über 30 Monate alten Tiere - von den Schlachthöfen ab 2. Jänner 2001 deutlich zurückgenommen werden bzw. die entstehenden Kosten auf die Rinderpreise für die Landwirtschaft übergewälzt werden müssen." Hannes Mraz, Geschäftsführer der Bundesgremien für den Lebensmittel-und Agrarhandel, warnt wenige Tage vor Umsetzung der Maßnahmen gegen BSE vor möglichen negativen Folgen, sollten wesentliche organisatorische, legistische und finanzielle Voraussetzungen nicht kurzfristig geklärt werden.

Ab 2. Jänner 2001 sollen in den Schlachthöfen alle Rinder über 30 Monate auf BSE getestet werden. Ab diesem Datum kommt es zu einem erhöhten Anfall von tierischem Risikomaterial. Und nicht zuletzt muss der gesamte Schlachtabfall vernichtet werden, anstatt als Tiermehl etwa an Schweine oder Geflügel verfüttert werden zu können. Mraz:
"Für all diese Maßnahmen sind nach wie vor die Finanzierungsfragen offen, wobei die Situation von Bundesland zu Bundesland differiert. Es ist völlig unverständlich, dass es für all diese Maßnahmen von Seiten der Politik noch immer keine bundeseinheitliche Lösung gibt, wer etwa die erhöhten Kosten für die Beseitigung des Schlachtabfalls in welcher Form übernimmt." Mraz appelliert deshalb an die Bundesregierung und an die Länder, noch vor dem Jahreswechsel rasch die Grundlagen für eine bundesweit koordinierte Vorgangsweise zu finden: "Sonst droht ein bitterer Neujahrsbeginn für Bauern, Fleischwirtschaft und Konsumenten."

Der Gremial-Geschäftsführer betont, dass bisher die Wirtschaft alles unternommen habe, um das Eindringen der BSE-Seuche nach Österreich zu verhindern. Er verweist dabei auf das Aussetzen des Wertschöpfungszeichens "A" oder den freiwilligen Importverzicht von Bauern, Schlachthöfen, Fleischern und Lebensmittelhandel in Bezug auf Rinder und Rindfleisch. In diesem Zusammenhang verurteilt er auf das Schärfste illegale Importversuche: "Wir decken keine schwarzen Schafe". Zudem werde schon seit 1990 kein Fleisch-Mehl mehr an Rinder in Österreich verfüttert. Mraz: "Das Vertrauen des Konsumenten darf nicht angetastet werden. Das ist eine der wichtigsten Geschäftsgrundlagen der Fleischwirtschaft, denn vom ungebrochenen Vertrauen ihrer Kunden leben die verschiedenen Branchen. Deshalb haben wir auch alle Maßnahmen gegen BSE von Seiten der EU und Österreichs mitgetragen. Die Fleischwirtschaft hat aber auch das Recht, zeitgerecht zu wissen, wie die Finanzierung der auf Dauer erhöhten Kosten gelöst wird." (RH)

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