Guntramsdorf: Gewerbemuseum mit dem Erbe einer Fabrik

Nicht restaurierte Moletten und Korrespondenz zu bearbeiten

St.Pölten (NLK) - Jetzt ist es auch für ein Museum wie jenes in Guntramsdorf Zeit, Bilanz zu ziehen. Bis Ende März 2001 hat das Gewerbemuseum in der Marktgemeinde im Bezirk Mödling seine winterlichen Schließtage. Im Frühjahr ist wieder Eröffnung: Jeden Samstag von 14 bis 18 Uhr und jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr ist dann das Museum für Besucher zugänglich. Im Jahr 2000 wurden in 128 Stunden an die tausend Besucher durch das Museum geführt.

Nicht nur das Projekt der NÖ Industriestraße, an dem sich Guntramsdorf und das Gewerbemuseum als eine Verbindung im Viertel unter dem Wienerwald beteiligt, ist dabei von Interesse, sondern vor allem das Innere dieses Objektes. Das Gewerbemuseum zeigt nämlich die Hinterlassenschaft einer Fabrik, die seit 1911 und bis 1986 voll funktionsfähig war und gearbeitet hat. Sie erzeugte für in- und ausländische Firmen Druck- und Prägewalzen, sogenannte Moletten, die für die Bedruckung von Stoffen geeignet waren. Die von Hand gravierten Eisenwalzen waren oft mehrfärbig: Das Grundmotiv wurde unter der Lupe händisch auf Stahl-Moletten graviert, sodann mechanisch und chemisch auf bis zu drei Meter lange Walzen übertragen, die beim jeweiligen Produktionsbetrieb Servietten, Zigarettenpapier, Stanniol, Glas und Leder prägten oder Stoffe bedruckten. Besonders hervorstechend war auch der Antrieb der verschiedenen Geräte: Verschiedene Maschinen wurden durch eine zentrale Transmissionsanlage über Räder und Lederriemen in Schwung gehalten. Auch eine breite Auswahl der fertigen, zum Teil überaus kunstvollen Muster auf Wachspapier ergänzen das Bild des Gewerbebetriebes. Derzeit sind noch mehrere Kisten mit nicht restaurierten Moletten und dazu eine umfangreiche Korrespondenz, die von 1920 bis 1980 reicht, zu bearbeiten. Dabei hofft man, dass die Korrespondenz zumindest teilweise durch Einscannen am Bildschirm zugänglich gemacht wird.

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