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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Christkind mit Kaufkraft=

Utl.: Ausgabe vom 23. Dez. 2000=

Ob heuer das Wehnachtsfest schön wird, darüber gab
schon gestern die Statistik Auskunft. Rein statistisch wird das Christkind immer schöner. Auch heuer. Maßstab ist der Handel. Ist er glücklich, sind alle glücklich. Allein in Kärnten wurde für Geschenke eine Milliarde Schilling ausgegeben. Österreichweit rund 20 Milliarden. Das ist Kaufkraft. Messbares, nachweisbares Glück.
Nun ja. Dass der Handel damit zufrieden ist, ist ganz in Ordnung. Doch dass Kaufkraft immer mehr zum alleinigen Beleg für richtiges politisches Handeln wird, ist zu wenig. Immer deutlicher wird, dass die Bereiche Kultur, Bildung, Soziales zum Ziel der wirtschaftlichen Belebung untergeordnet werden. Was nicht durch Kaufkraft wirtschaftlich belebt, wird politisch nicht mehr beachtet oder gar nicht mehr gewollt. Deshalb auch die Auseinandersetzungen vor allem in diesen Bereichen.
Dank unserer Kaufkraft können wir uns weitgehend Weihnachten "leisten". Das ist gut. Aber können wir auch Weihnachten feiern? Viele Menschen ja. Aber für ebenso viele ist Weihnachten die dramatischste Krisenzeit des Jahres. Und mit dem Ausmaß der jeweiligen Kaufkraft hat dies überhaupt nichts zu tun. Ob Weihnachten schön wird, darüber kann die Handelsstatistik keine Auskunft geben. Obwohl alles - den ganzen Advent lang - dagegen zu sprechen scheint, Weihnachten kann man nicht kaufen, nicht für sich und nicht für andere. Die Geburt Jesu bleibt ein Geschenk.

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