Wenig Schnee, dafür mehr als 6000 zusätzliche Saisonniers für den Tourismus

Minister im Verordnungsrausch

Wien (HGPD/ÖGB). Die Tourismuswirtschaft klagt über zu wenig Schnee in den Schigebieten. Das hindert den Wirtschaftminister nicht, gegenüber dem Vorjahr (3045), heuer zusätzlich 6590 Saisonniers aus Mittel- und Osteuropa zu holen. Eine neue Zusatzverordnung soll noch im Dezember erlassen werden.++++

Hier wird Lohn- und Beschäftigungspolitik auf dem Rücken der Beschäftigten gemacht, wettert Rudolf Kaske. Anstatt die 41.480 (Stand Ende November 2000) arbeitslosen In- und Ausländer zu annehmbaren Bedingungen zu beschäftigen, holt man Billigstarbeitkräfte aus Mittel- und Osteuropa. Diese bekommen überwiegend nur den kollektivvertraglichen Mindestlohn bezahlt.

"Wir werden speziell bei der WM in St. Anton SaisonarbeitnehmerInnen ein Beratungs- und Informationsservice anbieten", kündigt Vorsitzender Rudolf Kaske an. Denn in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Unsauberkeiten bei der Anmeldung zur Sozialversicherung und bei den Löhnen im Saisontourismus.

In einem wahren Verordnungsrausch befinde sich scheinbar der Minister, stellte Vorsitzender Rudolf Kaske fest; nicht nur in Hinblick auf die mehr als doppelt so hohe Saisonnierquote, sondern auch bezüglich von Grenzgängerkontingenten. So wurde vor wenigen Tagen mit Ungarn die Zahl des Grenzgängerkontingents von 900 auf 1.200 erhöht. Darüber hinaus wird das Praktikantenkontingent von 400 auf 600 hinaufgeschraubt.

Die arbeitssuchenden in- und ausländischen ArbeitnehmerInnen sind dem Minister scheinbar egal. Arbeitslose bescheren Ihnen scheinbar keine schlaflosen Nächte Herr Minister. In diesem Sinne nachdenkliche Weihnachten, wünscht Rudolf Kaske. (ff)

Wien, am 22. Dezember 2000
Nr.1105

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