"profil": AUA mit bis zu 200 Mio. Verluste aus Spekulationen mit eigenen Aktien

Leasingtochter ALF haftet für Aktientransaktionen der Schoellerbank aus dem Jahre 1999

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Samstag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat die auf der Kanalinsel Guernsey registrierte Austrian Airlines Lease and Finance Company Ltd. (ALF), eine Tochtergesellschaft der börsenotierten Austrian Airlines AG (AUA) seit 1999 aus Aktienspekulationen Buchverluste von bis 200 Mio. S. eingefahren. Die Verluste - 130 Mio. S. für 1999, 70 Mio. S. für 2000 - sind in der von der SKWB-Schoellerbank gemanagten Wiener Lesino Holding GmbH aufgelaufen, die im Eigentum einer gleichnamigen Stiftung in Vaduz/Liechtenstein steht.

1999 hatte die Gesellschaft hatte 2,85 Prozent der AUA-Aktien aus dem Besitz der All Nippon Airways erworben und dafür einen Kredit in der Höhe von 325 Mio. S. bei der Schoellerbank aufgenommen. Aufgrund der schlechten Performance der AUA-Papiere mussten seither hohe Abschreibungen vorgenommen werden. Zum 31. Dezember 1999 sei die Lesino "buchmäßig überschuldet" gewesen, schreibt "profil".

Dem Magazin vorliegende Dokumente, darunter ein vertraulicher Bericht der Wirtschaftsprüferkanzlei KPMG, belegen nun, dass das in der Lesino geparkte AUA-Aktienpaket tatsächlich zum Einflussbereich der AUA selbst gehört. So habe die AUA über ihre Leasing-Tochter ALF im Rahmen komplexer Put- und Call-Optionsvereinbarungen die Verpflichtung übernommen, nicht nur das negative Eigenkapital zu decken, sondern auch sämtliche Verpflichtungen der Lesino zu begleichen.

Das AUA-Management, das bisher jede Verbindung zu Lesino in Abrede gestellt hatte, sei damit hart an die Grenzen einer Reihe einschlägiger Bestimmungen des Handels- und Aktienrechts gegangen, so "profil" weiter. AUA-Finanzchef Fritz Otti verweist gegenüber "profil" darauf, dass der KMPG-Bericht "stark verkürzt" sei. Die Optionsvereinbarungen hätten "langfristigen Charakter" und würden erst auf die erst auf die AUA-Bilanz durchschlagen, wenn sie gezogen würden. Otti: "Die AUA ist nicht der wirtschaftliche Eigentümer der Lesino Holding."

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