"profil": Schäuble: "Nizza war eine kleinliche Veranstaltung"

Ex-CDU-Parteichef Wolfgang Schäuble übt Kritik am EU-Gipfel von Nizza - kann sich Abschaffung des deutschen Außenministers vorstellen - Kohl hat in Spendenaffäre "kein Unrechtsbewusstsein"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Samstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nennt der frühere CDU-Chef Wolfgang Schäuble den EU-Gipfel von Nizza eine "kleinliche Veranstaltung". Schäuble spricht sich für ein starkes Europa aus, und geht darin bis zur Überlegung, dass "wir im Endstadium vielleicht keinen deutschen Aussenminister mehr haben". Außenpolitik wie auch Außenhandel sollten EU-Angelegenheiten werden, so Schäuble.

Der Bundestagsabgeordnete äußert sich gegenüber "profil" auch zur FPÖ-ÖVP-Koalition. Schäuble: "Österreich hat sich durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ nicht zu einem undemokratischen oder nicht mehr rechtsstaatlichen System entwickelt." Gleichwohl zeigt der CDU-Politiker kein Verständnis für die Volksbefragung der FPÖ Burgenland, die gegen die Osterweiterung gerichtet ist. Schäuble auf die Frage, wie er reagieren würde, wenn sich ein Koalitionspartner in einem Bundesland so verhielte: "Ich würde sagen: Seid Ihr völlig verrückt geworden? Und wenn ich eine Alternative hätte, würde ich sie ernsthaft in Erwägung ziehen."

An der bisherigen Bilanz der deutschen Regierung findet Schäuble wenig Gutes: "Die rot-grüne Bundesregierung hat Vieles angekündigt und vor allem ein Stück Scheinwelt inszeniert."

Schäuble nimmt im Interview auch zu seinem Zerwürfnis mit Helmut Kohl Stellung: "Kohl wird mich nicht um Verzeihung bitten, denn er hat kein Unrechtsbewusstsein."

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