Landesveterinär Schmid korrigiert "News"

"Es war eindeutig Tollwut

Bregenz/Wien (VLK) - Der Vorarlberger Landesveterinär Erik
Schmid korrigiert die in einem Artikel der jüngsten Ausgabe
der Zeitschrift "News" aufgestellten Behauptungen, wonach
Mitte der 80er Jahre in Vorarlberg mehrere Tollwutfälle bei
Kühen BSE-Erkrankungen gewesen sein könnten. Schmid: "Es war eindeutig Tollwut". ****

Im Detail kontert Schmid auf den "News"-Artikel: "'News'
mutmaßt auf Basis 'einiger Experten', dass 'BSE durch Weide-Tourismus' übertragbar wäre. Richtig ist, dass jährlich
mehrere tausend Jungrinder, nicht aber 'Kühe' in Vorarlberg
auf Sommerfrische sind. Die gesetzlichen Bestimmungen des Alpenweide-Viehverkehrs sehen vor, dass die Tiere unter drei
Jahre sein müssen, und Ende des Sommers (tot oder lebendig)
wieder zurückgebracht werden müssen. Nachdem die BSE
horizontal (von Rind zu Rind) nicht übertragbar ist und Krankheitsfälle in dieser Altersgruppe (unter 3 Jahren) noch
nie aufgetreten sind, ist eine Verbreitung der BSE über
diesen Alpenweideviehverkehr ausgeschlossen."

Völlig unverständlich ist für Schmid die gezielte Frage
von "News"-Autor Linhart: "Wurden BSE-Fälle verheimlicht?"
Schmid: "Richtig ist, dass in Vorarlberg 1985 ein
'Spitzenjahr' an Tollwut war. Genau 234 Fälle, aber gesamt
und nicht, wie behauptet, bei Kühen! Tatsächlich erkrankten
1985 in Vorarlberg 16 Rinder (Jungtiere, Infektion auf Weide
über Biss von wutkrankem Fuchs) an Tollwut. Mit Einführung
der Impfung der Füchse (erstmals in Österreich, von der WHO ausgezeichnet!) reduzierten sich die Fälle auf drei Rinder
im Frühjahr 1986 und auf Null in den Folgejahren."

Richtig zitiert ist die Aussage des Landesveterinärs
Schmid, dass Tollwut und BSE klinisch sehr ähnlich verlaufen können und nur durch Laboruntersuchung (Histologie des
Gehirns) sicher diagnostiziert werden können. Richtig ist
aber auch, dass seit dem ersten Auftreten der BSE in England (erstmalig in Europa) im Jahr 1986 in Vorarlberg bei Rindern
keine Wutfälle mehr aufgetreten sind. Ebenso, dass seit
dieser Zeit, insbesondere aber seit 1991 (Anzeigepflicht für
BSE), alle im Rahmen der Tollwutüberwachung bzw. Abklärung
anderer zentralnervöser Erkrankungen eingesendeten Proben
auch auf BSE untersucht worden sind. Schmid: "Alle Proben
waren ab Mitte 1986 bis zum heutigen Datum sowohl bezüglich Tollwut, als auch BSE negativ!"

Daraus eine "wenig beweisbare Indizienkette" zu
konstruieren und zu unterstellen, dass BSE-Fälle
verheimlicht, vertuscht oder als Wutkrankheit falsch
deklariert wurden, ist, so Schmid, "nicht statthaft und mit seriöser Berichterstattung nicht vereinbar". Schmid: "Hier
geht es nicht um wissenschaftliche Interpretationen, die
angesichts der nach wie vor vielen offenen Fragen bezüglich
der BSE durchaus möglich sind." In das Reich der
Spekulationen ist auch die in der "News"-Seitenkolumne
entwickelte Vermutung zu verweisen, dass die Anwendung von Organo-Phosphaten BSE auslöse. Zumindest schwerlich erklärbar dürfte es sein, dass die Verabreichung von Neguvon Jahre
danach Tollwut (untersucht, Erregernachweis positiv) oder
nicht nachgewiesene BSE (untersucht, Erregernachweis negativ) verursacht. Schmid: "Angesichts der großen Verunsicherung des Konsumenten und der drohenden katastrophalen Auswirkungen auf
die Landwirtschaft geht es um Fakten und vor allem um die
zeitlichen Abläufe, die eine klare Sprache sprechen und nicht fehlinterpretiert werden können."

Abschließend bedankt sich Landesveterinär Schmid "bei
allen Vorarlberger Medien für die bisher sehr objektive Berichterstattung zu diesem komplizierten und emotionalen
Thema".
(so/pam,nvl)

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