ÖGB-Csörgits: Wie sollen Frauen davon leben?

Kindergeld reduziert Einkommen von ArbeitnehmerInnen

Wien (ÖGB). Als Schlag ins Gesicht der ArbeitnehmerInnen bezeichnete Renate Csörgits, ÖGB-Frauenvorsitzende und ÖGB-Vizepräsidentin, heute in einer Aussendung die geplante Einführung des Kinderbetreuungsgeldes. Sie reagierte damit auf eine Aussage von ÖAAB-Bundesobmann Werner Fasslabend, der das Kinderbetreuungsgeld als 'Meilenstein der Sozialpolitik' bezeichnete. Csörgits: "Damit werden die ArbeitnehmerInnen einmal mehr getäuscht, denn gerade berufstätige Eltern werden um Geld betrogen, dass ihnen als BeitragszahlerInnen zusteht."++++

Das Einkommen von ArbeitnehmerInnen wird durch diese unüberlegte Maßnahme eindeutig geschmälert. "Es ist zu befürchten, dass viele Frauen langfristig aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden", warnt Csörgits. Viele Aspekte, wie etwa die Versicherungssituation von Müttern oder Vätern oder das Rückkehrrecht an den Arbeitsplatz seien noch völlig ungeklärt. Csörgits: "Ohne ausreichende sozial- und arbeitsrechtliche Absicherung werden die Familien durch das Kinderbetreuungsgeldes in eine sehr schwierige Lage geraten. Wenn man die Frauen ohne Jobgarantie drei Jahre nach Hause schickt, nimmt man ihnen jegliche berufliche Perspektive. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Interesse der Arbeitgeber ist."

"Alles andere als ein einkommensabhängiges Karenzgeld wäre Betrug an den BeitragszahlerInnen", stellt die ÖGB-Frauenvorsitzende abschließend klar. (hk)

ÖGB, 21. Dezember 2000
Nr. 1100

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Heidemarie Kargl
Tel. (01) 534 44/480 DW
Fax.: (01) 533 52 93
E-Mail: presse@oegb.or.at
Homepage: www.oegb.at

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB