LIF-Frischenschlager: Reformdiskussion über Universitäten versachlichen!

Reformdebatte "höchst notwendig", aber "ohne Gewerkschaftsrhetorik" und ohne "blinden Reformaktivismus"

Wien (OTS) - "Es ist an der Zeit, dass nach den aufgeregten Trompetentönen der letzten Tage eine Versachlichung der Diskussion um die Universitätsreform eintritt", forderte heute der Präsidiumssprecher des Liberalen Forums, Friedhelm Frischenschlager. Den Grundgedanken der Reform stünden die Liberalen positiv gegenüber, es sei aber an der Zeit, dass mit der Autonomie der Universitäten endlich Ernst gemacht und auch die Frage der Pragmatisierung sachlich angegangen werde. "Österreich hat lange genug eine provinzielle Hochschulpolitik betrieben und muss sich endlich einmal auch im Dienstrecht und in der Universitätsorganisation an internationalen Standards orientieren", so Frischenschlager.

Frischenschlager warnte aber auch vor einem "blinden Reformaktivismus". "Wer einen stärkeren personellen Austausch von Forschungspersonal zwischen Universität und Wirtschaft will, darf nicht nur einfach die Pragmatisierung abschaffen, sondern muss auch die in Österreich völlig brachliegende private Forschungslandschaft fördern", so der Liberale. Überdies werde sich über kurz oder lang vor allem das erst 1997 beschlossene Universitäts-Studiengesetz als der eigentliche Schwachpunkt des universitären Bildungssystems herausstellen. Wer von den Universitäten mehr Leistung verlange, sie aber gleichzeitig zwinge, unter den Bedingungen der Massenuniversität schlechtbezahlte Lehre für immer mehr Studierende zu bieten, ruiniere auf Dauer das System von innen.

Die mögliche Nicht-Überführung von derzeit provisorischen Dienstverhältnissen in pragmatisierte Stellen als "De-facto-Kündigung" zu interpretieren, hält Frischenschlager für "pure Gewerkschaftsrhetorik", die standespolitisches Schutzdenken über reformpolitische Notwendigkeiten stelle. Er schränkte aber ein, dass man gerade dem akademischen Nachwuchs realistische Karrieremodelle anbieten müsse. "Solange man PendlerInnen zwischen Universität und Wirtschaft mit dem Verlust von Biennien bestraft und die NesthockerInnen pragmatisiert, braucht man sich nicht wundern, wenn sich schon die Jungen an den Universitäten allzu häuslich einrichten und auf Risiken in der Karriereplanung verzichten", so Frischenschlager abschließend.

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