"Kleine Zeitung" Kommentar: "Warum erst jetzt" von Hans Winkler

Ausgabe vom 21.12.2000

Graz (OTS) - Der Versöhnungsfonds für die Entschädigung von Menschen, die auf dem Gebiet Österreichs von den Nazis als Zwangsarbeiter eingesetzt worden sind, ist nun konstituiert. Wenn die letzten Hindernisse beseitigt sind, kann mit der Auszahlung vielleicht noch im Jänner begonnen werden.

Die Zeit drängt fürwahr: Wohl jeden Tag werden diejenigen weniger, die noch in den Genuss einer Entschädigung kommen können.

Warum erst jetzt? Warum so spät? So könnte man fragen und so fragen auch viele.

Es fragen die Opfer - so weit sie noch leben - und es fragen die Hinterbliebenen von Opfern. Letztere, die oft nicht mehr in der Heimat ihrer Eltern leben, fragen es mit größerem Nachdruck, als es ihre Vorfahren gewagt hätten.

Es fragen aber auch Österreicher, die sich wundern, dass ihr Land Jahrzehnte nach dem Ende der Nazi-Herrschaft auf eine neue, entschlossenere Weise mit diesen Ansprüchen konfrontiert worden sind.

Es fragen so aber auch politisch denkende jüngere Österreicher, die mit Erstaunen konstatieren, dass ausgerechnet eine Mitte-Rechts-Koalition tut, was man viel eher von der Mitte-Links-Koalition und der linken Alleinregierung vorher erwartet hätte. ****

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