AMS OÖ/Arbeitsprogramm 2001

Zurück zur Vollbeschäftigung

Linz (OTS) - Arbeitslosenquote 2000 in Oberösterreich
mit 4,0% - 4,1% auf niedrigstem Niveau seit 1989 -
Prognose 2001: Arbeitslosenquote von 3,8% bei erhöhter Stellendynamik - Schwerpunkte 2001: arbeitsplatznahe
Qualifizierung von Arbeitslosen und
Weiterbildungsoffensive für beschäftigte Männer über 45
und Frauen aller Altersstufen

"Oberösterreich wird heuer - vermutlich Kopf an Kopf
mit Salzburg - die niedrigste Arbeitslosenquote in
Österreich aufweisen. Es wäre das erste Mal seit 1945,
dass Oberösterreich diese Position auch nach nationaler
Berechnung der Arbeitslosigkeit einnimmt. 2001 erwarten
wir eine weiter sinkende Arbeitslosenquote, die im Jahresdurchschnitt etwa 3,8% betragen wird", zieht Landesgeschäftsführer Roman Obrovski positiv Bilanz.

Oberösterreich hat in den vergangenen Jahren die
Arbeitslosigkeit stärker gesenkt, als Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum erwarten ließen. Ausschlaggebend
für diesen Erfolg war laut WIFO die besonders aktive Arbeitsmarktpolitik im Land ob der Enns.

Erfolgsindikator: Verkürzung der Verweildauer

"1989 betrug die durchschnittliche Verweildauer eines
Arbeitslosen in Oberösterreich 100 Tage, bundesweit
waren es 105 Tage. In Oberösterreich haben wir seither
die durchschnittliche Verweildauer auf 85 Tage gesenkt,
während sie heuer bundesweit 117 Tage beträgt",
verweist Obrovski auf die Effektivität der
aktivierenden Strategie, die die oberösterreichischen AMS-Geschäftsstellen seit Jahren konsequent umsetzen:
Arbeitslose kommen rascher in Arbeit, Betriebe kommen
rascher zu Arbeitskräften und die
Arbeitslosenversicherung spart dreistellige
Millionenbeträge.

Bevorzugte Förderung von arbeitsuchenden Frauen

Das AMS OÖ hat schon in den vergangenen Jahren einen
besonderen Schwerpunkt auf die Qualifizierung von
arbeitsuchenden Frauen gelegt. Im ablaufenden
Geschäftsjahr waren 43 Prozent aller Kunden des AMS OÖ
Frauen, Frauen waren jedoch zu 60 Prozent
Teilnehmerinnen an Qualifizierungsmaßnahmen des AMS OÖ.
Auch 56 Prozent seines Förderbudgets 2000 hat das AMS Oberösterreich in Maßnahmen für Frauen investiert.

Die neue Vollbeschäftigung ist dynamisch

Die neue Vollbeschäftigung zeichnet sich aus durch
Dominanz der Dienstleistungsbranchen, durch höhere
Anteile von Frauen und schulisch besser vorgebildeten Arbeitskräften, durch instabile Dienstverhältnisse,
durch kürzere Verwertbarkeit von beruflich relevanten Qualifikationen und durch eine hohe Dynamik auf dem
Arbeitsmarkt, das heißt durch häufigere, jedoch kürzere
Episoden der Arbeitslosigkeit.

"1989 registrierten wir bei einer Gesamtbeschäftigung
von 480.000 Personen 70.880 Zugänge in die
Arbeitslosigkeit. Heuer waren im Jahresdurchschnitt
532.000 Personen in Oberösterreich beschäftigt, jedoch
gingen 104.250 Personen in die Arbeitslosigkeit. Die Gesamtbeschäftigung ist seit 1989 also um 11%
gestiegen, die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt jedoch um
47%", skizziert Obrovski die neuen Verhältnisse.

Schwerpunkte 2001

Die Geschäftsstellen des AMS OÖ verfolgen als
Kompetenzzentren für arbeitsmarktbezogene
Dienstleistungen und Problemlösungen für 2001 das Ziel,
ihre Marktführung auszubauen. Einen hohen Stellenwert
nehmen dabei die arbeitsplatznahe Qualifizierung von
Arbeitslosen (Implacement-Stiftungen, Kurse) und die
Weiterbildung Beschäftigter ein (5.500 Männer über 45
und Frauen). Weitere Schwerpunkte sind:

-Unterstützung des Selbsthilfepotenzials von
Unternehmen und Arbeitsuchenden via Internet
-intensive Unterstützung von arbeitsuchenden Frauen und Wiedereinsteigerinnen
-neue Ausbildungsangebote im Bereich der IT-Berufe
-besondere Hilfestellungen für ältere Arbeitsuchende
und NotstandshilfebezieherInnen
-stärkere Nutzung des EU-Arbeitsmarktes bei der
Akquisition von Fachkräften

Statement von KommR Ing. Buchroithner, Vertreter der Wirtschaftskammer OÖ im Landesdirektorium des AMS OÖ:

Die Arbeitslosenquote im Jahr 2000 ist mit 4,1 % die
niedrigste seit 1989. Dies ist nicht nur auf die
hervorragende Konjunktur zurückzuführen, sondern auch
auf die Arbeit des AMS Oberösterreich und die gute
Zusammenarbeit der Sozialpartner im Landesdirektorium.

Der überdurchschnittliche Rückgang der Arbeitslosigkeit
wird sich laut WIFO mittelfristig weiter fortsetzen.
Dies muss für das AMS Konsequenzen in der strategischen
Ausrichtung haben. Aus der Sicht der Arbeitgeber sind
zukünftig insbesondere folgende Anliegen in den
Mittelpunkt der AMS-Arbeit zu stellen:

- So wichtig der Service für Arbeitsuchende und der
Bereich der Arbeitslosenversicherung ist, so
entscheidend ist es zukünftig, den Service für
Unternehmer, der derzeit rund 10 % beim AMS
ausmacht, zügig auszubauen und zwar auch durch
entsprechende personelle Umschichtungen.

- Die Wirtschaft begrüßt das neue Landesziel, dem Fachkräftemangel durch entsprechende
arbeitsmarktpolitische Maßnahmen den Kampf anzusagen.
In den Regionen muss über das AMS der konkrete Bedarf
der Betriebe ermittelt werden, um zielgerichtet die
notwendigen Schulungs- und Weiterbildungsangebote
anbieten zu können.

- Der Qualifizierung von Beschäftigten ist 2001 ein
noch größeres Augenmerk zu schenken dh KMU"s müssen in Weiterbildungsfragen durch entsprechende Beratung bzw
zusätzliche Mittel unterstützt werden. Zu begrüßen ist
in diesem Zusammenhang die ab Februar 2001 geplante Qualifizierungsberatung des AMS Oberösterreich
gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds (ESF),
wodurch es zur Erstellung von individuellen
Bildungsplänen in den Betrieben kommt. Positiv ist
auch, dass mit Jahresbeginn die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen für beschäftigte Frauen auf
unter 45 Jahre ausgeweitet wird.

- Um die Vermittlung von Arbeitslosen vor Ort zu
optimieren, wird die Wirtschaftskammer im ersten
Quartal 2001 einen praxisorientierten Katalog von ganz
konkreten Verbesserungs-möglichkeiten vorlegen, der auf
der regionalen Ebene umzusetzen sein wird.

- Die angekündigte AMS-Reform darf für das
vergleichsweise sehr erfolgreiche OÖ-AMS keinesfalls
zur Bremse werden und eine Nivellierung nach unten
bringen. Zentralismus im Arbeitsmarktservice ist für
die Wirtschaft nur dort gerechtfertigt, wo dies
nachweislich zu besseren bzw wirtschaftlicheren
Ergebnissen führt. Besonders wichtig sind für die
Wirtschaft die regionalen Einheiten des AMS, da sie die
Lage vor Ort aus eigener Wahrnehmung kennen und damit
am besten in der Lage sind, optimale Lösungen im
Einzelfall zu finden.

Statement vom Mag. Jahn, Vertreterin der Arbeiterkammer
OÖ im Landesdirektorium des AMS OÖ:
Soziale Komponente in der Arbeitslosenversicherung muss sichergestellt werden

Rund hunderttausend Arbeitssuchende kommen jedes Jahr
zum AMS. Für die Arbeitnehmervertreter ist es besonders
wichtig, dass sie kompetent beraten und dass sie
respektvoll behandelt werden.

Wir begrüßen es daher sehr, dass im kommenden
Jahresprogramm neben den arbeitsmarktpolitischen Zielen
die Erhöhung der Kundenzufriedenheit einen besonderen
Stellenwert bekommt. Wie überhaupt durch das Projekt
des "total quality managements" ein Standard der
Reflexion der geleisteten Arbeit und laufende
Verbesserung erreicht wird, wie wir ihn uns von vielen
anderen Unternehmen nur wünschen können.

Im gesamten Landesdirektorium haben wir uns als oberste
Priorität festgelegt, dass die soziale Komponente in
der Arbeitslosenversicherung jedenfalls gesichert
werden muss. Das soll auch im kommenden Jahr wieder
durch ausreichende Angebote zur Wiedereingliederung von
Arbeitslosen mit sozialen Problemen, die am sogenannten
ersten Arbeitsmarkt derzeit keine Chance haben,
gesichert werden.

Doch was nützt alle Anstrengung im AMS, wenn die
Bundesregierung die absolut gegenteilige Politik macht.
Nicht genug, dass die Familienzuschläge bei
Arbeitslosen drastisch gekürzt werden, hat sie jetzt
unbeachtet von der Öffentlichkeit beschlossen, dass nun Arbeitslosen bei Selbstkündigung auch dann das
Arbeitslosengeld in den ersten vier Wochen gesperrt
wird, wenn ein triftiger Grund für die Selbstkündigung
vorliegt.

Das trifft in voller Härte Arbeitnehmer, die aus
gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind
die geforderten Tätigkeiten weiter zu verrichten. Es
bestraft Arbeitnehmer, denen ihre Dienstgeber über
Wochen hinweg ihr Entgelt vorenthalten und die deshalb
zum vorzeitigem Austritt berechtigt sind. Und es trifft
Frauen, deren Arbeitszeiten mit der Betreuung von
Kindern oder nahen Angehörigen absolut nicht in
Einklang zu bringen sind.

Das Ausmaß, in dem die Bundesregierung die
Arbeitslosenversicherung finanziell ausräumt ist
absolut verantwortungslos. Sie wird ins Defizit
getrieben mit dem Effekt, dass der Druck auf die
Arbeitslosen noch weiter verschärft wird und auch immer
weniger Mittel für Qualifizierungsprogramme verfügbar
sind. Ein Kurs, der auch wirtschaftspolitisch absolut
unsinnig ist.

Wenn wir nicht ausreichend Arbeitskräfte für offene
Stellen qualifizieren können, heißt das die Chancen auf zusätzlichen Wohlstand zu verspielen. Wir werden diesem
falschen und unsozialen Kurs der Bundesregierung auch
weiterhin massiv entgegentreten.

Statt Leistungskürzungen für Arbeitslose und weniger
Mittel für Qualifizierungsprogramme ist vielmehr
notwendig:

  • Anhebung der Leistungen für Arbeitslose auf europäisches Niveau
  • Einführung eines existenzsichernden Mindestarbeitslosengeldes
  • Verwendung der Mittel der Arbeitslosenversicherung für aktive Arbeitsmarktpolitik, insbesondere für eine Qualifizierungsoffensive
  • Umsetzung der mit der EU im Nationalen Aktionsplan vereinbarten arbeitsmarktpolitischen Ziele (...)
  • Keine Abschöpfungen aus dem AMS-Budget zur Budgetsanierung und zur zweckentfremdeten Finanzierung des Kindergeldes für alle aus den Beiträgen der Arbeitnehmer
  • Ausreichende Ressourcenausstattung, sodass das AMS auch weiterhin der zentrale Akteur auf dem Arbeitsmarkt ist und seine Drehscheiben- und Mittlerfunktion erfüllen kann
  • Angemessene Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik
  • Keine Benachteiligung des AMS gegenüber privaten Arbeitsvermittlern

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