Wurden BSE-Erkrankungen als Fälle von Tollwut "getarnt"? - Größter heimischer Wurstfabrikant will Rindfleisch verbannen.

Vorausmeldung zu NEWS 51/00 vom 21.12.2000

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, könnten in den 80er-Jahren simple Tollwutfälle bei Kühen in Wahrheit BSE-Erkrankungen gewesen sein. Der Veterinärdirektor von Vorarlberg, Erik Schmid, berichtet im Gespräch mit NEWS, dass es im Jahr 1985 zu einem rapiden Anstieg der Tollwutfälle bei Kühen gekommen ist. Schmid über die mögliche Parallele zur derzeit rund um Österreich grassierenden Rinderseuche:
"Tollwut und BSE haben ähnliche klinische Krankheitsbilder. Beide sind durchaus verwechselbar. Erst eine Laboruntersuchung ergibt Klarheit." Faktum ist, dass ein Teil der erkrankten Kühe geschlachtet wurde, ohne die Tiere auf BSE zu untersuchen. Der wirtschaftliche Hintergrund: Im Fall einer Tollwut-Diagnose bekam der Bauer den vollen Verkehrswert der Kuh vom Bund bezahlt, bei einer BSE-Erkrankung hätte er seinen Hof schließen und alle Tiere notschlachten lassen müssen.

Der größte Wurstproduzent Österreichs, die Firma Radatz, plant auf Grund der herrschenden BSE-Angst den totalen Ausstieg aus der Produktion von Würsten, die Rindfleisch enthalten. Im Interview mit NEWS meint Firmenchef Franz Radatz: "Wir arbeiten bereits an Mixturen für die rindfleischfreie Wurst." Ein NEWS-Test ergab, dass in immerhin 70 Prozent der heimischen Wurstprodukte Rindfleisch enthalten ist. Experten vermuten, dass einige Hersteller bis vor kurzem sogar BSE-Risikomaterial - Gehirn und Rückenmark - verarbeitet haben. Doch für seriöse Lebensmittelketten und Fleischer gibt Radatz Entwarnung: "Wir haben dieses Material nie verwendet, unsere Wurst ist und war frei von Rückenmark."

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