Österreichs Außenhandel mit Russland heuer wieder kräftig angelaufen

Exporte stiegen in den ersten neun Monaten um 48 Prozent - großes Interesse österreichischer Unternehmen auf den internationalen Fachausstellungen in Moskau

Wien (PWK1104) - Der österreichisch-russische Außenhandel, der aufgrund der Krisensituation in Russland in den letzten Jahren von schweren Einbußen geprägt war, verzeichnet heuer wieder kräftige Zuwächse. "In den ersten neun Monaten 2000 konnten sich die österreichischen Exporte um 48 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf über 6,3 Mrd Schilling verbessern. Österreich liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Moskau, Hans Kausl. "Aber auch die russischen Lieferungen nach Österreich stiegen um 78 Prozent auf 11,7 Mrd Schilling an." Die Ergebnisse seien als deutliches Indiz zur Erholung der russischen Wirtschaft zu werten.

Das Wirtschaftsprogramm Präsident Putins und der Regierung Kasjanow ziele in die richtige Richtung und sieht Reformen in zahlreichen Bereichen wie Steuerrecht, Auslandsinvestitionen, Wirtschaftsrecht, Sozialversicherung, etc. vor, erklärt Kausl. Für 2000 wird in Russland ein Wirtschaftswachstum von mindestens 5 Prozent erwartet, die Produktion steigt, während die Arbeitslosigkeit und die Inflation zurück gehen. Österreich hat vor kurzem ein neues Doppelbesteuerungsabkommen mit Russland unterzeichnet und ein neues Investitionsschutzabkommen soll auch österreichischen Investoren in Russland mehr Schutz geben. Weiters werde das anlässlich des Wien-Besuchs der russischen Vizepremierministerin Walentina Matwienko unterschriebene Memorandum zur Erleichterung der Finanzierung und Kreditvergabe durch Österreich künftig den Ausbau der wechselseitigen Beziehungen unterstützen.

"Gegenwärtig arbeiten rund 500 Niederlassungen und Repräsentanzen österreichischer Unternehmen in der Russischen Föderation", weiß Kausl und weist auch auf das hohe Engagement bei Produktionsinvestitionen speziell in den Bereichen Holzindustrie, Bauwirtschaft, Verpackung, Lebensmittel und Industrieanlagen hin.

Auf den kürzlich stattgefundenen internationalen Fachausstellungen INTERPLASTICA (Kunststoff, Farben und Lacke) und UPAKOWKA (Verpackung) in Moskau war die österreichische Exportwirtschaft mit großflächigen Gemeinschaftsständen prominent vertreten. "Einige österreichische Firmen konnten bereits während der Messe Aufträge an Land ziehen, das Nachmessegeschäft wurde ebenfalls überwiegend positiv beurteilt", so Kausl.

Dass Österreich und Russland an einer Intensivierung des bilateralen Warenaustauschs großes Interesse hegen, zeigt auch der Verlauf der letzten zwischenstaatlichen Gemischten Kommission, die vor einigen Wochen in Wien stattfand. Vizepremierministerin Matwienko kam mit einer hochrangigen Delegation, der auch viele russische Firmen angehörten, zu Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl in die WKÖ, um mit österreichischen Russland-Exporteuren zu diskutieren. Die Wirtschaftskammer Österreich veranstaltete heuer im Mai eine Wirtschaftsmission nach Westsibirien, 2001 steht die nordwestliche Region Russlands mit St. Petersburg und Kaliningrad auf dem Programm. Außerdem nehmen österreichische Unternehmen an zahlreichen russischen Fachmessen teil, wobei auf sechs davon vom WIFI Österreich Gruppenstände organisiert werden. (Ne)

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