Kommentar 20.12.2000 - Die Deutschen können stolz sein von Arno Maierbrugger

Wien (OTS) - Die Firmenzentrale in München ist zufrieden. Die österreichische Siemens-Gruppe wird nach einem Ergebnisrekord auch heuer wieder eine satte Dividende an den Mutterkonzern abliefern, und das nach einem Jahr recht einschneidender Veränderungen. Siemens-Boss Albert Hochleitner erhielt dafür auch die Konzernwürde der "besten Regionalgesellschaft" verliehen und verwies bei der Bilanzpräsentation trocken auf eine kurvige Skulptur aus Draht und Holz am Tisch vor ihm: "Dafür haben wir dieses Ding da, diesen Award bekommen." Für Siemens ist der Erfolg nichts Aufregendes mehr. Immerhin handelt es sich um einen der besten Technologiekonzerne der Welt, und dieser Erfolg ist hart erarbeitet. Auch nach Zeiten von Umsatzkrisen und Ertragseinbussen hat Konzernboss Heinrich von Pierer den Tanker wieder schiffbar gemacht, und Länderchef Hochleitner setzte die Politik des Deinvestments und der Restrukturierung unverzüglich um. So wurden allein heuer bei Siemens Österreich rund 25 Milliarden Schilling und 7000 Mitarbeiter "bewegt", wie sich Hochleitner ausdrückt. Kabelwerke und die Komponentenerzeugung EH Schrack wurden verkauft, Bauelemente und Halbleiter in Epcos und Infineon ausgegliedert, das Mobilfunk-Engagement bei max.mobil beendet und das leidige PC-Geschäft dem Joint Venture Fujitsu Siemens überlassen. Statt dessen konzentriert sich Siemens wieder auf die "Kernkompetenz" Verkehrs- und Medizintechnik, Industrie und Energie sowie das viel versprechende Telekom-Geschäft, vor allem den Handy-Markt, und ein bisschen E-Commerce. Vieles an dem Erfolg von Siemens ist unwidersprochen aus eigener Kraft entstanden, aus der Fähigkeit, modernste Technologie zu entwickeln und den Markt davon zu überzeugen. Einiges zu verdanken hat der Ingenieurskonzern Siemens in Österreich aber auch seiner traditionellen Nähe zur österreichischen Regierung. Da wird schon einmal ein Siemens-Vorstand plötzlich Post-Generaldirektor, da wandert - nur für Aussenstehende überraschend - die Wiener Finanzstadträtin in die Siemens-Vorstandsetage, zwischendurch wird der Name des Konzernchefs in die Postendiskussion rund um das Infrastrukturministerium eingeworfen. Wo so viel Nähe, da auch viel Austausch. Geschadet hat es Siemens wahrlich nicht. (Schluss) amb

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