Jubiläum für die Österreichische Filmförderung

100. Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Filminstitut

Wien (OTS) - Gestern, am Montag, dem 18. Dezember 2000, feierte
die Österreichische Filmförderung ein besonderes Jubiläum: In Wien fand die 100. Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut statt, die seit dem Jahr 1981 über die Förderung heimischer Filmproduktionen entscheidet. Unter dem Vorsitz von Mag. Josef Luisser, dem ORF-Leiter Eigenproduktionen/Produktionswirtschaft, tagte die insgesamt sechsköpfige Kommission, die sich aus jeweils drei Vertretern von ORF und Filminstitut zusammensetzt. Die aktuellen fixen Mitglieder seitens ORF sind neben dem Vorsitzenden Mag. Johann Luisser Programmintendantin Mag. Kathrin Zechner und Wolfgang Lorenz, ORF-Programmkoordination. Zu den Vertretern des Filminstituts gehören Mag. Gerhard Schedl, Direktor der Förderungsinstitution, Allegro-Film-Produzent Helmut Grasser und Regisseur Harald Sicheritz.

In der Jubiläumssitzung der Gemeinsamen Kommission wurden vier neue Filmprojekte zur Förderung beschlossen: Dazu gehören die Spielfilme "Cosamera - All inclusive", "Gerti Wagners Love" und "Leo" sowie das Innovationsprojekt "Im Anfang war der Blick".

Daten zur gemeinsamen Förderung
Seit der ersten Sitzung der Förderungskommission am 21. Oktober 1981 wurden auf Basis des Film/Fernseh-Abkommens, das die Förderungsrichtlinien festlegt, 200 österreichische Kinofilme gefördert, 153 davon im Rahmen der Gemeinsamen Kommission (ORF kann nur fördern, wenn Projekte bereits eine Förderungszusage des Filminstituts besitzen bzw. im Rahmen des Innovationsfonds eine andere öffentliche Förderung). Darüber hinaus unterstützte der ORF rund 45 Filme im Rahmen des Innovationsfonds.
Die Gesamtherstellungskosten der zwischen 1982 und 2000 geförderten 153 österreichischen Filme (einschließlich Koproduktionen mit ausländischen Partnern) betrugen 3,34 Milliarden Schilling, die Förderungsmittel (Filminstitut, ORF) dabei 1,6 Milliarden Schilling. Mit zusätzlich rund 38 Millionen Schilling unterstützte der ORF Filmproduktionen im Sinne der Innovationsförderung ("Innovationstopf").
Alle bis zum ersten Halbjahr 2000 gestarteten 115 Filme erreichten in österreichischen Kinos 3,9 Millionen Besucher, wodurch rund 297 Millionen Schilling Einnahmen ("Box Office") an den Kinokassen erzielt wurden.
Die österreichischen Kinofilme verzeichneten bei ihrer Erstausstrahlung im ORF, nach Ablauf ihrer Kinoschutzfrist, höchst bemerkenswerte Reichweiten und Marktanteile. Mit rund 618.000 Kinobesuchern ist Harald Sicheritz' Häuslbauersatire "Hinterholz 8" mit Roland Düringer in der Hauptrolle die besucherstärkste österreichische Kinoproduktion der vergangenen Jahrzehnte. Auch bei ihrer TV-Premiere im Februar 2000 verzeichnete die bissige Komödie hohe Zuseherzahlen: 1.171.000 Zuschauer (43 Prozent Marktanteil, 18,4 Prozent Reichweite) verfolgten die Erstausstrahlung am Samstag, dem 19. Februar 2000, im Hauptabendprogramm von ORF 1. Das Dakapo am Sonntag, dem 20. Februar 2000, sahen 301.000 Zuschauer (22 Prozent Marktanteil, 4,5 Prozent Reichweite).
Der ORF-Anteil an den Förderungsmitteln seit 1981 beträgt rund 817 Millionen Schilling (inkl. "Innovationstopf"), der Anteil des Filminstituts beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Schilling.

Auch im Geschäftsjahr 2001 setzen ORF und Filminstitut ihr Engagement für den österreichischen Film weiter fort. Neben seiner Funktion als Filmförderer im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens investiert der ORF auch als Produzent und Auftraggeber in die heimische Filmwirtschaft. Hauptziele dabei sind die Schaffung österreichischen Programms, die Stärkung der Branche auf nationaler und internationaler Ebene, Schaffung von Arbeitsplätzen und Imagesteigerung des österreichischen Films.

Zur Österreichischen Filmförderung
Am 25. November 1980 beschloss der Nationalrat einstimmig das Filmförderungsgesetz, das die Grundlage für die Errichtung des Österreichischen Filmförderungsfonds war. Am 12. Oktober 1981 schlossen der Österreichische Rundfunk und der Österreichische Filmförderungsfonds (heute: Österreichisches Filminstitut) einen Kooperationsvertrag (Film/Fernseh-Abkommen) ab, dessen Inhalt die Förderung des österreichischen Kinofilms festlegte. Eine aus sechs Personen bestehende Förderungskommission tagte erstmals am 21. Oktober 1981. Am 7. März 1989 wurde das Film/Fernseh-Abkommen erneuert und ergänzt. Wesentlichste Neuerung war die Einführung einer speziellen Förderung des Nachwuchsfilms, des innovativen Films und des Dokumentarfilms ("Innovationstopf").
Gemeinsames Ziel von Filminstitut und ORF ist es, zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Film und Fernsehen, insbesondere zur Herstellung österreichischer Kinofilme beizutragen, die den Voraussetzungen des Filmförderungsgesetzes und des Rundfunkgesetzes entsprechen.
Zur Durchführung des Film/Fernseh-Abkommens wurde eine Gemeinsame Kommission bestellt, die paritätisch vom ORF und dem Österreichischen Filminstitut beschickt wird. Die Funktionsperiode der Kommission ist zeitlich nicht begrenzt, ORF und Filminstitut ernennen ihre Vertreter eigenständig.
Für jedes Kommissionsmitglied wird aus dem gleichen Kreis ein Stellvertreter benannt. Den Vorsitz der Gemeinsamen Kommission führt im jährlichen Wechsel ein Mitglied aus dem Kreis des Filminstituts bzw. des ORF, wobei der jeweils andere Kooperationspartner den stellvertretenden Vorsitzenden stellt. Derzeit (2000) führt den Vorsitz Mag. Johann Luisser, Stellvertreter ist Mag. Gerhard Schedl. Im Jahr 2001 werden diese beiden Positionen untereinander gewechselt.

Die Arbeit der Gemeinsamen Kommission
Die Gemeinsame Kommission tagt fünf Mal jährlich und entscheidet nach im Film/Fernseh-Abkommen geregelten Förderungskriterien. Vorab wurden die Einreichungen bereits von einer Auswahlkommission des Filminstituts, die aus Branchenmitgliedern besteht, geprüft und selektiert. Als Hauptkriterium gilt, dass Filme gefördert werden, die kinotauglich sind und eine Förderungszusage des Filminstituts besitzen solche, die speziell und typisch zur Fernsehausstrahlung und nicht zur Auswertung im Kino geeignet sind, entsprechen nicht den Förderungsrichtlinien und sind daher nicht Gegenstand der Förderung. Darüber hinaus vergibt die Gemeinsame Kommission auch Mittel im Rahmen einer Nachwuchs- und Innovationsförderung ("Innovationstopf"). Diese Mittel (zehn Prozent des jährlichen Budgets) werden zur besonderen Förderung des Nachwuchsfilms, des Films mit Innovationscharakter, des Kurzfilms und des Dokumentarfilms verwendet.

Die Fördermittel
Die Abkommensmittel werden von ORF und Filminstitut gemeinsam vergeben. Der ORF stellt diese im Rahmen seines jeweiligen Finanzplans und vorbehaltlich der Zustimmung seines Kuratoriums zur Verfügung. Das Engagement des ORF im Bereich der Filmförderung beträgt jährlich 60 Millionen Schilling, wobei nach Vergabe des Budgets und bei Vorliegen von besonders förderungswürdigen Projekten zusätzlich projektbezogene Sondermittel zur Verfügung gestellt werden können. So betrug, wegen erfolgter Sonderfinanzierung, die ORF-Filmförderung im Jahr 1999 rund 94 Millionen Schilling, für das Jahr 2000 wurden ebenfalls rund 94 Millionen Schilling budgetiert. Die Förderungszusagen des Filminstituts betrugen im Jahr 1999 rund 190 Millionen Schilling, im Jahr 2000 wurden Förderungen in Höhe von rund 113 Millionen Schilling vergeben.
Auf Grund seiner Förderungstätigkeit im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens erhält der ORF die Rechte, die geförderten Filme nach Ablauf der jeweiligen Kinoschutzfrist für das Gebiet Österreich, einschließlich Südtirol, fernsehmäßig zu nutzen.

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