Sparkassenverband lobt neue Eigenkapitalregeln für Banken - Neu: Rating des einzelnen Kreditnehmers

Wien (OTS) - Der Präsident des Österreichischen Sparkassenverbandes, Josef KASSLER, hat die Vorschläge des Baseler Bankenausschusses zur Neuregelung der Eigenkapitalausstattung der Banken als sehr positiv bewertet.

Worum geht's? Banken müssen ihrer Risikosituation entsprechend Eigenkapital halten. Bei der Berechnung der Eigenmittel ist bisher die Bonität des einzelnen Kreditnehmers nicht berücksichtigt worden. Im wesentlichen wurden alle Ausleihungen (mit Ausnahme der Gebietskörperschaften und anderer besonderer Kreditnehmergruppen) einfach mit ihrer vollen Höhe in das Soll für die Eigenmittel eingerechnet. Neu ist nun, dass der Baseler Bankenausschuss Änderungen erarbeitet hat, nach denen die Eigenmittel-Unterlegung nach dem Rating des einzelnen Kreditnehmers erfolgt. Jeder einzelne Kreditnehmer wird also hinkünftig geratet. Kurz gesagt: Je besser das Rating, desto weniger Eigenmittel braucht die Bank.

Dazu KASSLER: "Wir freuen uns, dass viele Wünsche der österreichischen Kreditwirtschaft berücksichtigt wurden. Obwohl wir kein Mitglied dieser Expertenrunde sind, konnten wir die Berücksichtigung unserer Einwendungen in Brüssel dank großer Anstrengungen erreichen. Als größten Erfolg sehe ich die Verankerung des bankinternen Ratings."

Im ersten Entwurf dieses Baseler Papiers waren nämlich nur externe Ratings von Ratingagenturen vorgesehen. Weiters erfreulich ist, dass die Risikostreuung bei der geforderten Eigenkapital-Unterlegung risikomindernd berücksichtigt wird. Offen ist noch die Höhe der künftigen Unterlegung der so genannten operativen Risiken, mit denen beispielsweise betriebliche oder rechtliche Risiken erfasst werden.

Unglücklich zeigt sich KASSLER mit den Bestrebungen in den USA, die Baseler Vorschriften schon vor dem Jahr 2004 umzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die europäischen Länder brauchen, um die Eigenkapitalvorschriften in nationales Recht umzuwandeln.

KASSLER: "Wir müssen in Österreich noch auf die genaue EU-Regelung warten, die im Jänner 2001 erstmals präsentiert wird und dann erst in das Begutachtungsstadium geht. Wenn die Regelungen in den USA früher gelten, könnte das zu einem besseren Rating der US-Banken und damit zu einem nicht unbeträchtlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Europa führen." Im Gegensatz zur EU können die USA, aber auch Japan, die Baseler Vorschriften durch Erlässe sehr rasch in nationales Recht umsetzen.

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