Prammer zu Kindergeld: Väterkarenz offensichtlich nicht gewünscht

Echte Wahlfreiheit nur mit einkommensbezogenem Karenzgeld möglich

Wien (SK) In Anbetracht dessen, dass gerade die geschlechtsspezifischen Einkommensdifferenzen herangezogen werden, um das Kindergeld auf drei Jahre auszudehnen, sei es "der reinste Zynismus", in diesem Zusammenhang von echter Wahlfreiheit zu sprechen. "Im Gegenteil, damit werden die Geschlechterrollen einzementiert", erklärte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer zu den heute in der Tageszeitung "Der Standard" dargestellten Kindergeldplänen des Sozialministeriums und kam zu dem Schluss:
"Väterkarenz ist offensichtlich nicht gewünscht." ****

Prammer forderte zur echten Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein Elternzeitmodell, das Frauen nicht zu lange aus dem Arbeitsmarkt drängt und ein Karenzgeld, das sich an das Einkommen richtet, "damit auch Väter in Karenz gehen können, ohne, dass das Familieneinkommen zu stark sinkt." Alles andere würde Frauen bloß verstärkt in den "Teufelskreis zwischen familiärer Versorgungsarbeit und Einkommensschere" drängen. Denn gerade das gesellschaftliche Festschreiben der Frauen in die Rolle der alleinigen Kindererzieherin sei der ausschlaggebende Faktor für die Einkommensunterschiede.

Ebenso kritisierte Prammer die Option der dreijährigen Karenz für Alleinerzieherinnen. "Alleinerzieherinnen ist durch eine Ausdehnung der Karenz nicht geholfen. Diese Frauen müssen arbeiten, um ihre Kinder zu versorgen. Was die brauchen sind Kinderbetreuungs- und Arbeitsplätze. Die Förderung beider Punkte wurde aber aus dem Budget gestrichen, siehe Weiterbildungsgeld nach der Karenz, Abschläge bei den Kinderzuschlägen, Weiterführung der sogenannten Kindergartenmilliarde."

Auch die Zuverdienstgrenze würde nur das Klientel der Gutverdienenden bedienen. "Damit können Frauen, und auch Männer, voll weiterarbeiten und sich ein Kindermädchen teilfinanzieren. Das ist bloß ein Taschengeld für einkommensstarke Familien", betonte Prammer und erklärte, dass die kleine Supermarktkassierin, oder die Fließbandarbeiterin nichts davon hätten, denn diese würden nur vor die Wahl gestellt, ob sie mit Kinderbetreuungsgeld voll weiterarbeiten, oder gleich aussteigen. "Wie der Wiedereinstieg für diese Frauen nach der Karenz aussehen soll, wenn es für sie keine Kinderbetreuungsplätze gibt, kann sich jeder an seinen fünf Fingern abzählen."

Abschließend zeigte sich die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende "eigentlich nicht einmal mehr erstaunt" darüber, dass der gleichberechtigte Zugang von ausländischen Frauen zum Kindergeld bloß mit der bestehenden Gesetzeslage, an die man sich halten müsse, "offenbar bedauernd" argumentiert wird: "Das spricht Bände über die Geisteshaltung der FPÖ." (Schluss) se/mm

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