AK kritisiert Pläne zum Kinderbetreuungsgeld

Kolportierter unbegrenzter Zuverdienst ändert nichts am Widerspruch zwischen Beruf und Familie

Wien (AK) - Die Regierung stiehlt sich aus ihrer Verantwortung dafür, dass Beruf und Familie kein Widerspruch sein sollen, kritisiert die AK die heute bekannt gewordenen Pläne des Sozialministers zur konkreten Umsetzung des Kinderbetreuungsgelds:
Neben 6.000 Schilling Kinderbetreuungsgeld für alle soll es unbegrenzte Zuverdienst-Möglichkeiten geben. Damit werden Frauen selbst dafür verantwortlich gemacht, für Kinderbetreuung zu sorgen. Statt geregelter Arbeitsbedingungen etwa durch ein (von der AK gefordertes) Recht auf Teilzeitkarenz droht bei unbegrenztem Zuverdienst überdies, dass Frauen entweder auf ihre Karenz verzichten oder stunden- und tageweise Aushilfstätigkeiten leisten, um ihre Existenz zu sichern. Und die Schere zwischen besser und schlechter verdienenden Frauen könnte weiter aufgehen: die einen finanzieren sich mit dem Kinderbetreuungsgeld Kinderbetreuung, während andere vom Kindergeld leben.****

Die unbegrenzte Möglichkeit zum Zuverdienst zusätzlich zu nur 6.000 Schilling Kinderbetreuungsgeld würde für berufstätige Eltern kleiner Kinder mehr Probleme schaffen, als sie löst, kritisiert die AK. Wichtigster Punkt: Nach wie vor gibt es zu wenig Angebote für Kinderbetreuung - und die Eltern kleiner Kinder haben zu wenige Rechte, dass sie in der Firma passende Arbeitszeiten zur Kinderbetreuung durchsetzen können. Die Regierung plant weder Verbesserungen bei der Kinderbetreuung noch mehr Mitgestaltungsrechte von Eltern kleiner Kinder bei der Arbeitszeit. Durch die unbegrenzte Zuverdienst-Möglichkeit würde hier der Druck auf Eltern, sich während der Karenz an die Bedürfnisse des Betriebes anzupassen, steigen und nicht sinken. Möglich ist sogar, dass Frauen schon kurz nach der Geburt sofort wieder voll zu arbeiten beginnen.

Die AK fordert stattdessen endlich die längst überfällige Erhöhung des Karenzgelds. Außerdem soll es für Eltern kleiner Kinder ein Recht auf Teilzeitkarenz und ein Recht auf Teilzeit inklusive Recht auf Rückkehr zur Vollzeit geben. Und die Regierung müsste sich in erster Linie um mehr und bessere Kinderbetreuungsplätze kümmern.

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