Weichmacher in medizinischen Produkten: Unbewiesene Verdächtigungen helfen den Patienten nicht

Wien (OTS) - Alle im Gesundheitswesen Tätigen - und das trifft selbstverständlich auch für die Hersteller von medizinischen (Hilfs-)Produkten zu - haben ein vorrangiges Ziel: Leben zu retten und Gesundheit zu erhalten. Intensive Forschung und Entwicklung, strenge Qualitätskriterien und laufende Überprüfung der "best practice" sind eine Selbstverständlichkeit. Seit mehr als 40 Jahren leisten Produkte aus Weich-PVC - insbesonders Blutbeutel und Schlauchsysteme - ihren Beitrag zum medizinischen Fortschritt und haben ihre Unverzichtbarkeit unter Beweis gestellt. Die Materialeigenschaften und die Anwendungsmodalitäten wurden und werden laufend verbessert, Alternativen untersucht und mögliche Risiken erforscht. Kurz gefasst mit zwei Erkenntnissen: Keine der Alternativen zu weichgemachtem PVC erfüllt die unerlässlichen -medizinisch bedingten - Anforderungen an derartige Produkte auch nur annähernd gleichwertig; und es gibt keinerlei Beweis, dass von den in diesen Produkten enthaltenen Weichmachern ein unzulässiges Risiko ausginge.

Die Migration (d.h. der Übergang) unterschiedlicher chemischer Stoffe in den menschlichen Kreislauf ist eine seit Jahrzehnten bekannte Tatsache, die dementsprechend streng überprüft wird -naturgemäß besonders intensiv im Hinblick auf den breit eingesetzten Weichmacher DEHP. In Hunderten Studien fand sich kein einziger Beweis für eine Gefährdung der Patienten; DEHP ist folgerichtig der von der Europäischen Arznei-buchkommission (European Pharmacopoeia) empfohlene Weichmacher. Sowohl die WHO als auch die Europäische Kommission beschäftigen sich mit dieser Frage seit Jahren und sahen keine Veranlassung, an der Unbedenklichkeit der Weichmacher in medizinischen Produkten zu zweifeln.

Die Studie des Mannheimer Klinikums, die den Anlass für die jüngsten Medienberichte bildete, weist lediglich die - bekannte und gut erforschte - Tatsache der Migration von Weichmachern in den Stoffwechsel der Patienten nach; der Beweis eines Zusammenhangs dieser Migration mit allfälligen gesundheitlichen Problemen wird hingegen nicht einmal versucht. Insofern sind die Medienberichte unkorrekt und als unbegründete Verunsicherung von Patienten und Angehörigen zu werten; die von Greenpeace erhobene Forderung nach einem "Verbot" von weichmacherhaltigen Medikalprodukten kommt dem Ruf nach einem Verzicht auf die beste zur Verfügung stehende Behandlungsmethode gleich. Selbst der Autor der Mannheimer Studie, Steffan Loff, betonte gegenüber der dpa: "Die Gefahren lassen sich noch nicht einschätzen. Von einem Giftalarm zu sprechen, ist dennoch übertrieben und verfrüht."

Der Grund, warum Systeme aus PVC bevorzugt werden, liegt in der erforderlichen Kombination mehrerer unerlässlicher Eigenschaften: Die notwendige Sterilisation verlangt nach Resistenz des Materials gegen extrem hohe und extrem niedrige Temperaturen; die Flexibilität des Materials ist Voraussetzung für den lebenswichtigen ununterbrochenen Durchfluss (des Blutes oder der Infusionslösung); die Widerstandsfähigkeit des Materials schützt gegen (auch feine, mit dem Auge nicht erkennbare) Risse oder Löcher und stellt damit die Sterilität sicher; die Transparenz des Materials erlaubt die laufende Kontrolle der Vorgänge; die Dichte des Materials schützt gegen das Eindringen von Bakterien.

Die jüngsten Diskussionen sind ein (trauriges) Beispiel dafür, wie wenig bekannt und bewusst die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der Medizinprodukte-Industrie sind. Andernfalls hätte eine Studie, die als ein Diskussionsbeitrag zur laufenden Forschung gesehen werden kann, nicht zu derart überzogenen Reaktionen geführt.

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