Grenzgängerkontingent zwischen Ungarn und Österreich auf 1.200 erhöht

Bilaterales Gespräch von Wirtschaftsminister Bartenstein mit ungarischen Wirtschaftsminister Matolcsy in Wien

Wien (BMWA) - Der ungarische Wirtschaftsminister Dr. György MATOLCSY traf heute zu einem bilateralen Besuch mit Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein in Wien zusammen.

Im Mittelpunkt der Unterredung standen vor allem Fragen im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung und der damit verbundenen Liberalisierung des Personen- und Dienstleistungsverkehrs. Dabei wurden auch die für nächstes Jahr vereinbarten Quoten im Rahmen des bestehenden bilateralen Grenzgänger- und Praktikantenabkommens durch die beiden Minister in Form eines Notenwechsels festgelegt. Das Grenzgängerkontingent, dass es seit 1998 mit Ungarn gibt und die Arbeitsbewilligungen ohne Aufenthaltsgenehmigung mit Ungarn regelt, wurde von 900 auf 1.200 erhöht. Das Praktikantenkontingent die eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung für maximal 11/2 Jahren bekommen können, erhöht sich von 400 auf 600.

Mit dem bundesweit geltenden Praktikantenabkommen ist es in den letzten Jahren gut gelungen, den Bedarf einiger Branchen an zusätzlichen Fachkräften, die das AMS nicht zur Verfügung stellen konnte, durch die Zulassung junger, fertig ausgebildeter ungarischer Fachkräfte zu befriedigen. Nach Meinung der zuständigen Wirtschaftsvertreter haben die bisherigen Kontingente nicht gereicht. Die meisten Zulassungen wurden für die Berufsgruppen Gastgewerbe (137), Lebensmittel (105), Bau-Holz (52) und Metall (49) vergeben. In Summe - die noch gültigen Zulassungen aus 1999 mitgerechnet -verfügen derzeit rund 500 Praktikanten über eine Zulassung, die meisten in Niederösterreich (114) und in der Steiermark (95), gefolgt von Wien (74) und Salzburg (64).

Weitere Gesprächspunkte sind der erfreulichen Entwicklung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und einer Reihe bilateraler Fragen, u.a. Maßnahmen zur Beschleunigung der Grenzabfertigungen sowie von Möglichkeiten einer Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit im Rahmen der kürzlich verabschiedeten mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Entwicklungsstrategie Ungarns, dem sogenannten "Széchenyi-Plan", gewidmet.

Der bilaterale Außenhandel mit Ungarn zeigt nach wie vor eine äußerst positive Entwicklung. Das bilaterale Handelsvolumen mit Ungarn erreichte 1999 einen Wert von über 70 Mrd. öS. Die österreichischen Exporte nach Ungarn sind im vergangenen Jahr um +6,6% auf rd. 40,8 Mrd. öS angestiegen. Auch in den ersten acht Monaten dieses Jahres war eine Zuwachs bei den österreichischen Ausfuhren nach Ungarn in Höhe von +21,3% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs zu verzeichnen. Die Ausfuhren erreichten damit einen Wert von 33,1 Mrd. öS.
Ungarn ist damit weltweit der viertwichtigste Absatzmarkt für österreichische Produkte.

Kräftige Zuwächse verzeichneten auch die ungarischen Importe. Diese sind im Vorjahr um +8% auf insgesamt fast 30 Mrd. öS gestiegen. Im Zeitraum Jänner - August dieses Jahres lag die Steigerungsrate der Importe bei +24,2%, wodurch die Einfuhren einen Wert von 22,9 Mrd. öS erzielten. Ungarn liegt damit bereits an fünfter Stelle aller Importländer.

Von besonderer Bedeutung für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind auch die Investitionen österreichischer Unternehmen in Ungarn. Der Wert österreichischer Investitionen in Ungarn beträgt insgesamt etwa 22 Mrd. öS (1,6 Mrd. €), was annähernd zehn Prozent der gesamten ausländischen Direktinvestitionen in Ungarn entspricht. Insgesamt sind bereits rd. 6.000 heimische Unternehmen aller Branchen von der Industrie über den Einzelhandel bis zum Dienstleistungssektor in Ungarn tätig.

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