Morak: Rudolf Burger ist Denker zwischen den Linien

Staatspreis für Kulturpublizistik 2000 an Rudolf Burger verliehen

Wien (OTS) - "Für mich ist Rudolf Burger einer der
repräsentativen Intellektuellen unseres Landes, einer der unserem Land seit Jahrzehnten einen kritischen Spiegel vorhält und uns neue Richtungen weist" sagte Staatssekretär Franz Morak, heute Montag, anlässlich der Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Kulturpublizistik 2000 an Universitätsprofessor Dr. Rudolf Burger.

"Obzwar Burger es - wie man das Karl Kraus nachgesagt hat -durchaus versteht, sich ‚Feinde zu machen', ist er kein Mann der aufgeregten Geste. Den Elfenbeinturm hat er wohl nie bewohnt, aber er ist kein Schnelldenker und in den Talkshows, den Supermärkten der geläufigen Meinungen, findet man ihn nur selten."

Jedes Land, so Morak weiter, brauche Intellektuelle, für eine "Wissensgesellschaft" gelte das noch mehr als vor hundert Jahren. "Es sind die Intellektuellen, die das scheinbar Selbstverständliche einer kritischen Revision unterziehen, die über eine fundierte Kreativität verfügen und die im gesellschaftlichen Wandel neue Lösungen vorschlagen." Die Berufung der Intellektuellen liege nicht darin, dem Publikum einzureden, dass die Dinge ganz einfach seien, hier schwarz, dort weiß, hier links, dort rechts, hier gut, dort böse. Wenn die Intellektuellen die Dinge vereinfachen, dann sei das genauso ein "Verrat der Intellektuellen", wie ihn Julien Benda konstatiert habe, als sich viele Intellektuelle totalitären Bewegungen angeschlossen haben, führte Morak in seiner Rede aus.

"Wenn ich Rudolf Burger lese, dann freue ich mich, wie er mit allem seinen gelegentlich zornigen Engagement zwischen den Linien denkt - gegen das "Geläufige" also. Ungeachtet seiner professoralen Urbanität - bei liebgewordenen Schlagworten schlägt Burger gerne zurück, auch wenn es manchmal weh tut. Wenn wir also Rudolf Burger ehren, dann tun wir das auch im Bewusstsein, dass der Stand der Intellektuellen eine Art "Berufsethos" hat und wir ehren einen Mann, der in seiner Arbeit diese Ethos immer respektiert hat" schloss Morak.

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