"profil": Österreicher verhungerte in slowakischem Krankenhaus

Diplomatisches Nachspiel, weil niemand half

Wien (OTS) - Wie aus einem Bericht der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" hervorgeht, hat der Hungertod des 40jährigen Wieners Wolfgang Glassner in einem slowakischen Häftlings-Krankenhaus ein diplomatisches Nachspiel: Im Wiener Außenministerium wartet man derzeit auf den offiziellen Bericht aus der Slowakei, um dann "geeignete Schritte gegen die unbefriedigende Behandlung eines Österreichers zu setzen", so der Chef der Abteilung für Haftfälle im Ausland, Peter Pramberger zu "profil".

Wolfgang Glassner war am 8. August dieses Jahres wegen des Verdachtes auf Steuerhinterziehung verhaftet worden und bald darauf in den Hungerstreik getreten. Am 19. September wurde er in das Justiz-Krankenhaus der Stadt Trencin eingeliefert. Glassner wollte die Überstellung in ein österreichisches Spital erzwingen. Die österreichische Botschaft in Bratislava beantragte eine Überprüfung der Haftfähigkeit des mittlerweile deutlich geschwächten Untersuchungshäftlings. Desssen slowakischer Anwalt brachte einen Antrag auf Enthaftung wegen Haftunfähigkeit ein.

Die slowakischen Behörden lehnten alle Anträge ab und begründeten ihre Haltung damit, dass Glassner sich absichtlich selbst in diese Lage gebracht hätte.

Der Österreicher starb schließlich am 30. November nach fast vier Monaten Hungerstreik vor den Augen von Ärzten und Justizwachebeamten.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS