"profil": Adolf Schärf wickelte 1939 Haus-"Arisierung" für SS-Mann ab

Späterer Bundespräsident schrieb in Memoiren nur von "ansehnlichen Honoraren aus Zivilrechtssachen"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, belegen bisher nicht bekannte Dokumente, dass der spätere Bundespräsident Adolf Schärf 1939 als Rechtsanwalt für einen SS-Mann die "Arisierung" eines Hauses in der Wiener Leopoldstadt abgewickelt hatte.

Schärf setzte sich für seinen Klienten bei der Vermögensverkehrsstelle ein, die über die "Arisierung" jüdischen Besitzes bestimmte. Der Kauf des Hauses, so der Anwalt in seinem mit "Heil Hitler" unterzeichneten Brief, stelle für seinen Mandanten eine "Existenzfrage" dar. Gleichzeitig belegen Dokumente die Kenntnisse Schärfs, dass der Verkauf des Hauses für die jüdischen Besitzer praktisch entschädigungslose Enteignung bedeutete, da der Großteil des Kaufpreises vom Dritten Reich beschlagnahmt wurde. Dem "profil" exklusiv vorliegenden Akt liegt das Unbedenklichkeitszeugnis der NSDAP für Schärfs Klienten bei, wonach der bereits seit 1937 Mitglied der SS war.

Die Rückstellungskommission hielt zur "Arisierung" fest, dass dabei die Regeln des redlichen Verkehrs nicht eingehalten worden waren.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS