"profil": Djindjic: Bei Milosevic nachschauen, "ob er Geld geklaut hat"

Der künftige Ministerpräsident Serbiens will klären, "ob Milosevic ein Krimineller war"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" äußert sich der jugoslawische Politiker Zoran Djindjic zum künftigen Schicksal des gestürzten Diktators Slobodan Milosevic. Djindjic, 48, Dr. phil. der Universität Konstanz, ist nach Präsident Vojislav Kostunica die bekannteste Figur der jugoslawischen Revolution. Djindjic ist Vorsitzender der Demokratischen Partei (DS) und gilt allgemein als wahrscheinlicher künftiger Regierungschef Serbiens.

Auf die Frage, wie es mit Slobodan Milosevic weitergehen solle, antwortet Djindjic, dass sich serbische Gerichte mit ihm beschäftigen sollten: "Man soll nachschauen, ob Milosevic ein Krimineller war, der Geld geklaut hat."

Djindjic gab "profil" auch Hinweise, welche Umstände hier vor allem zu untersuchen sind: "Niemand kann erklären, warum er ein Haus im Wert von umgerechnet 70 Millionen Schilling besitzt, wenn er ein Monatsgehalt von 1500 Schilling hatte."

Milosevics gegenwärtiges Domizil, das sogenannte "Weiße Haus" in Belgrad, gehörte ursprünglich der serbischen Herrscherfamilie Karadjordjevic. Djindjic gegenüber "profil": "Das Weiße Haus sollte den historischen Besitzern zurückgegeben werden, der Familie Karadjordjevic."

Auf das Haager Kriegsverbrechertribunal angesprochen, das die Auslieferung von Milosevic verlangt, sagte Djindjic, dass dies eine Bundesangelegenheit sei. Djindjic: "Dafür bräuchten wir eine Zweidrittelmehrheit im jugoslawischen Parlament - die gibt es derzeit nicht."

Bei den Wahlen im serbischen Teil Jugoslawiens am 23. September rechnet man laut Meinunsumfragen mit einer Mehrheit von 60 Prozent der Stimmen für das bisherige Oppositionsbündnis DOS, das 19 Parteien und Gruppen umfasst.

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