"profil": Dohnal: "Beleidigung aller Frauen"

Die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal übt Kritik an der Frauenpolitik der Regierung

Wien (OTS) - In der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt die ehemalige SPÖ-Frauenministerin Johanna Dohnal scharfe Kritik an der Familien-Bezogenheit der schwarz-blauen Frauenpolitik: "Während die Regierung von der Familie redet, verändert sie die Position der Frau in der Gesellschaft."

Es gebe keine Stellvertreterinnen in der Politik, die die Situation der Frauen analysieren. Dohnal über Herbert Haupt: "Durch diesen Herrn Ministerin wird die Selbständigkeit der Frauen symbolhaft in Frage gestellt. Das ist eine Beleidigung aller Frauen und auch eine Beleidigung der Lebenswerke von Frauen."

Auch die Frauen in der Regierung hätten, so Dohnal, absolut nichts mit emanzipatorischer Frauenpolitik zu tun. "Sie nehmen selbst in Anspruch emanzipiert zu sein, sind aber gegen die Interessen jener Frauen, die die Politik so dringend brauchen. Sie sind Täterinnen gegen die Frauen."

Dohnal spart auch nicht mit Kritik an der Frauenpolitik der eigenen Partei. Unter Viktor Klima sei der Politikstil "Bussi Bussi mit der ÖVP" kreiert worden. Dohnal: "Das hat für die Sozialdemokratie nur schiefgehen können." Denn die ÖVP habe schon 1990 die Kürzung des Karenzgeldes und die Abschaffung des Karenzgeldes für Alleinerziehende verlangt. "Bis 1994 ist es gelungen, das alles abzuwehren."

In der SPÖ gebe es Frauen, die Positionen innehaben und ruhig sind. "Manchmal frage ich mich, wozu ich die ganze Mühsal der Quotenregelung auf mich genommen habe, wenn die Frauen dann schweigen."

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