AUA-Chefs haben den Krieg noch nicht gewonnen von Wolfgang Unterhuber

Wien (OTS) - Die AUA-Vorstände Mario Rehulka und Herbert Bammer haben viele Schlachten gewonnen, aber noch nicht den Krieg. Sie sind zwar Niki Lauda und Tyrolean-Chef Fritz Feitl los und können obendrein die beiden Fluglinien eng an die Kandarre nehmen, doch es droht ihnen mehr oder weniger unfreiwillig der Golden handshake. Denn eine Frage konnten die beiden AUA-Kapitäne bisher nicht so recht beantworten: Warum wird erst jetzt das ganze Synergiepotenzial - bei Treibstoffeinkauf, Streckenplanung, Verwaltung etc. - genutzt? Die Tyrolean ist immerhin seit zwei Jahren eine 100-Prozent-Tochter der AUA, und bei Lauda sind sie bereits seit vier Jahren an Bord. Das Argument, dass man bei Lauda ja nicht die jetzt erst angepeilte Mehrheit hatte, ist etwas billig. Dann hätte man mit Niki Lauda eben schon von Anbeginn Tacheles reden oder die Sache eben bleiben lassen sollen. Dazu kommt, dass Bammer und Rehulka in den vergangenen Jahren nicht unbedingt eine Erfolgsbilanz für ihre AUA AG vorgelegt haben. In den Jahren 1994 bis 1999 wurde ohne Berücksichtigung von Anlageverkäufen ein Verlust von 663 Millionen Schilling verbucht. Wer somit selbst im Glashaus sitzt, der braucht nicht mit Steinen nach der Lauda Air werfen, wo bekanntlich die roten Zahlen in der Vergangenheit im Cockpit Dauergast waren. Die nächste Schlacht, die Rehulka und Bammer nun schlagen müssen, heisst einmal mehr Niki Lauda. Der könnte nämlich kommende Woche von seinem Vorkaufsrecht auf knapp neun Prozent der 20-prozentigen Lufthansa-Anteile an der Lauda Air Gebrauch machen. Damit könnte er als Lauda-Air-Teileigentümer die AUA-Chefs zumindest noch einige Monate nerven. Die Mutter aller Schlachten müssen die beiden AUA-Bosse aber noch gegen den ÖIAG-Aufsichtsrat schlagen. Dieser tagt am kommenden Dienstag und wird wohl eine Neubestellung des AUA-Aufsichtsrats in die Wege leiten. Ob die neuen Kontrollore dann ähnlich viel Geduld mit Bammer und Rehulka haben wie die alten, ist kaum anzunehmen, vor allem dann nicht, wenn der neue Aufsichtsratschef Fritz Feitl heissen sollte. Bei all den aktuellen Zores könnte dem unglücklichen Duo Rehulka und Bammer fürs Erste aber eines zugute kommen: So auf die Schnelle lassen sich für die beiden kaum geeignete Nachfolger aus dem Hut zaubern. (Schluss) wu

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