WIF Seitner fordert neuerlich Herausnahme der Familienzusammenführung aus Quote

Dank für Unterstützung an Schönborn, Liga für Menschenrechte und Caritas

Wien (OTS) - In einem offenen Brief bedankte sich heute Freitag
der Geschäftsführer des Wiener Integrationsfonds Hannes Seitner bei Kardinal Christoph Schönborn, der Liga für Menschenrechte sowie der Caritas für die Unterstützung in Sachen Herausnahme der Familienzusammenführung aus der Zuwandererquote. Kardinal Schönborn und die genannten Institutionen haben sich dafür jüngst in den Medien stark gemacht. Der Wiener Integrationsfonds habe das jedenfalls mit große Freude zur Kenntnis genommen, erklärte Seitner in dem offenen Schreiben.

Für diese wichtige Integrationsmaßnahme setzt sich der Wiener Integrationsfonds seit mehr als einem Jahr öffentlich und mit Nachdruck ein. Der Fonds hat die Herausnahme der Familienzusammenführung aus der Quote sowohl bei der alten als auch bei der derzeitigen Bundesregierung mehrmals eingefordert.

Fonds stützt sich bei Familienzusammenführung auf EU

Richtlinienentwurf

Der Fonds stützt und stützte sich dabei nicht zuletzt auf einen Richtlinienentwurf von EU-Kommissar Vittorino, nach dem Angehörige von Zuwanderern aus den sogenannten Drittstaaten, die mindestens ein Jahr lang in einem EU-Land gearbeitet oder studiert haben, das Recht auf Familienzusammenführung erwerben. Mit der Herausnahme der Familienzusammenführung aus der Quote könne letzlich auch verhindert werden, dass weiterhin sogenannte papierlose Jugendliche "produziert" werden, betont der Fondschef in dem offenen Brief. Zur raschen Lösung des bestehenden Problems solle übrigens eine Amnestie für jene schulpflichtigen Kinder erlassen werden, die von ihren hier legal lebenden Eltern nach Österreich gebracht wurden, fordert Seitner.

Seitner: Entgegen allen Horrorszenarien des einfachen Parteimitgliedes belegen Studien ,dass Herausnahme aus der Quote keinen neuen Zuwandererschub zur Folge hätte

Der WIF Geschäftsführer weiter: Klar sei schließlich auch, dass das Nachzugspotential bei weitem keinen neuen Zuwanderungsschub zur Folge hätte entgegen allen auch jüngst wieder vernommen Unkenrufen und Horrorszenarien des einfachen Parteimitgliedes.

Eine Studie von August Gächter berechnete bereits 1996 das Familiennachzugspotential auf ca. 100.000 Personen, der Großteil davon minderjährige Kinder. Damit ist aber keine Aussage über die tatsächlichen Nachzugsabsichten getroffen. Der Studie "Einwanderung und Niederlassung" (IHS/SORA) zufolge wollten 1995 lediglich 4% der in Wien lebenden Zuwanderer ihre Ehepartner bzw. 3% ihre Kinder nach Österreich holen.

Der Integrationsfonds sei derzeit dabei aktuelle Daten dazu erheben zu lassen, erklärte Seitner.

In diesem Zusammenhang erwähnte der WIF-Chef außerdem, dass auch das WIFO zur Sicherung von ausreichenden Arbeitskräften die Notwendigkeit einer schnelleren Familienzusammenführung insbesondere bei minderjährigen Kindern und Ehegatten erst kürzlich untermauerte.

Abbau des Rucksackes an Familienzusammenführungsanträgen in weiter Ferne - aber Hoffnung auf gemeinsamen Erfolg

Seitner im offenen Brief abschließend: "Wie Ihnen aus eigener Erfahrung bestens bekannt ist, wurde der Forderung nach Herausnahme der Familienzusammenführung aus der Zuwandererquote bis dato leider in keiner Weise entsprochen. Der amtierende Innenminister hat zwar bereits mehrfach eine Sonderquote für die Familienzusammenführung angekündigt, der sogenannte "Abbau des Rucksackes an Familienzusammenführungsanträgen" scheint gegenwärtig jedoch in weite Ferne gerückt.

So sehr wir dieses Faktum bedauern, so sehr freuen wir uns aber über den Umstand, dass Sie die migrationspolitische Notwendigkeit Familienzusammenführung in der Öffentlichkeit gleichfalls mit großem Engagement einfordern. Im Namen des Wiener Integrationsfonds - als "langer Kämpfer" für ein Recht auf Familienzusammenführung - möchte ich mich sehr herzlich für Ihre Unterstützung bedanken, verbunden mit der Hoffnung auf einen gemeinsamen Erfolg in dieser Frage." Gph/schluß

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