AK-Frauenbüro: Statt an Fristenlösung zu rütteln, alleinerziehenden Müttern das Leben erleichtern!

Linz (AKO) Unter dem Vorwand, behindertes Leben schützen zu wollen, wurde von Frauenminister Haupt eine neue Abtreibungsdebatte angezettelt. Für die Expertinnen der Arbeiterkammer ist klar: An der Fristenlösung darf nicht gerüttelt werden! Viel wichtiger sei es, alleinerziehenden Müttern das Leben zu erleichtern - etwa durch eine bessere finanzielle Absicherung.

Die Missbrauchs- und Sozialschmarotzerdebatte der letzten Jahre hat unter anderem dazu geführt, dass die alleinerziehenden Mütter abgeräumt wurden wie der sprichwörtliche Christbaum. Zur Erläuterung ein kleiner geschichtlicher Rückblick:

1973 wurde die Fristenlösung im Parlament beschlossen, 1975 wurde sie rechtswirksam. 1974 wurde als flankierende Maßnahme das um 50 Prozent erhöhte Karenzgeld für alleinerziehende Mütter eingeführt, gleichzeitig wurde die Sondernotstandshilfe geschaffen, die bis zum dritten Lebensjahr des Kindes bezogen werden konnte. 1990 wurde das zweite Karenzjahr eingeführt.

In den letzten Jahren aber ging es den alleinerziehenden Müttern wieder an den Kragen: Das erhöhte Karenzgeld wurde in einen vom Vater rückforderbaren Zuschuss umgewandelt, bis vor kurzem war die Frau sogar gezwungen, den Namen des Vaters zu nennen, um überhaupt einen Zuschuss zu bekommen. Seit 1. 1. 2000 bekommt sie den Zuschuss (gnadenhalber) auch, wenn sie den Namen des Vaters nicht nennt. Dafür muss sie ihn selbst zurückzahlen.

Die Geburtenbeihilfe wurde abgeschafft, der Karenzgeldbezug für Alleinerziehende auf eineinhalb Jahre verkürzt. Der Bezug der Sondernotstandshilfe wurde auf 52 Wochen verkürzt. Alles nicht gerade ein Anreiz dafür, sich für ein Kind zu entscheiden.

Für Ilse Hauder vom AK-Frauenbüro ist klar: "Statt an der Fristenlösung zu rütteln, müssen Frauen in die Lage versetzt werden, für ein Kind zu sorgen, ohne gleich in die Armutsfalle zu tappen. Das heißt: höheres Karenzgeld, Ausweitung der Bezugsdauer auf zwei Jahre, und Arbeitsbedingungen, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich machen. Und das heißt auch eine befristete öffentliche Zuzahlung für Mütter, die wegen ihrer Betreuungspflichten nur Teilzeit arbeiten können."

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