"Kleine Zeitung" Kommentar: "Staatsaffäre" (von Thomas Götz)

Ausgabe vom 15.12.2000

Graz (OTS) - Schlagzeilen, zumal auf der Titelseite, sind hübsche Weihnachtsgeschenke für Politiker. Sie müssen gar nicht positiv sein, Namensnennung genügt.

Einer, der das besser weiß als seine Feinde, ist Jörg Haider.

Gegenüber dem "Corriere della Sera" stattete er seinen Gegnern sogar augenzwinkernd Dank ab: "Sie arbeiten für mich", sagte er über seine italienischen Kritiker, die selbst einen banalen Anlass wie die Rom- Reise zur Übergabe eines Christbaums noch zur Staatsaffäre zu machen imstande sind.

14 Jahre lang versuchten österreichische Medien, den Mann mit solchen Strategien von der Macht fern zu halten. Der "Erfolg" spricht ebenso gegen die Methode wie das Scheitern der EU- Sanktionspolitik. Trotzdem kommt sie nicht aus der Übung.

Journalisten und Politikern in Italien gelang es in wenigen Wochen, den folkloristischen Anlass zur Seligsprechung hochzustilisieren, die niemand intendiert hat. Nicht der Vatikan, der die Baumlieferung noch mit Haiders Vorgänger verabredet hatte. Und Haider wohl auch nicht. Vatikanische Ringküsse lassen sich in Österreich schon lange nicht mehr in Stimmen ummünzen. Attacken aus dem Ausland aber schon. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS