AKNÖ erreicht sensationelles Urteil

OTS (Wien).- Das Bezirksgericht Gloggnitz gibt Konsumentenschützern in einem Musterprozess Recht: Brandgefahr von Wunderkerzen ist für Laien auf Grund verwirrender Angaben auf der Verpackung nicht erkennbar.

Wunderkerzen üben eine ungeheure Faszination auf Jung und Alt aus. Sind sie aber erst einmal entzündet, stellen sie eine große Gefahr dar. Das musste auch Frau G. erfahren, als sie gemeinsam mit ihren beiden Kindern - jeder von ihnen hatte eine brennende Wunderkerze in der Hand - vor dem Christbaum stand. Sie drehte ihren Kindern nur für wenige Augenblicke den Rücken zu - lange genug aber, dass der Baum Feuer fangen konnte. Das Feuer war nicht mehr zu löschen und so hatte sie nur noch die Möglichkeit ihre Kinder und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Der Sachschaden belief sich auf 1,500.000 Schilling. Damit war die Sache für Frau G. noch lange nicht ausgestanden, sie musste sich vor dem Strafrichter verantworten. Ihr wurde das fahrlässige Herbeiführen einer Feuersbrunst nach § 170 StGB vorgeworfen. Die Mutter zweier Kinder wurde in erster Instanz für schuldig befunden.
In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Niederösterreich. Durch die strafrechtliche Verurteilung hatte sie Angst in ein finanzielles Desaster zu stürzen. Außerdem hegte sie die Befürchtung, dass die Versicherung den Schaden nicht oder nicht zur Gänze decken würde. Die Konsumentenschutzexperten sahen die Sachlage anders: Das Entzünden von Wunderkerzen zur Weihnachtszeit ist Tradition und darf bei eventuell daraus resultierenden Bränden nicht strafbar sein. Die AKNÖ übernahm erstmalig die Ausfallshaftung - schließlich und endlich gilt es in diesem und auch in ähnlich gelagerten Fällen die Rechte aller Konsumenten zu schützen. In dem Strafrechtsverfahren wurde die Rechtsansicht der AKNÖ bestätigt und der Berufung von Frau G. stattgegeben.
"Das Gericht hat damit ein richtungsweisendes Urteil gefällt", meint Günther La Garde, Leiter der Konsumentenberatung in der AKNÖ. Denn der Inhalt der Warnhinweise entspricht in keiner Weise dem Verwendungszweck dieser Wunderkerzen und widerspricht sogar der Abbildung. "Auf der Verpackung ist eine am Weihnachtsbaum angebrachte und entzündete Wunderkerze zu sehen. Der Gefahrenhinweis - das Fernhalten der brennenden Wunderkerze von entzündbaren Gegenständen -ist sehr klein gedruckt und kann leicht übersehen werden. Der Konsument kann somit getäuscht werden", so La Garde. Auch das Sachverständigengutachten geht davon aus, dass die tatsächlich gegebene Brandgefahr für einen Laien nicht erkennbar sei. Der Freispruch von Frau G. ist unter anderem auf dieses Gutachten und die Tatsache, dass die Beschriftung der Verpackung nicht den Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes entspricht, zurückzuführen. Der Freispruch ist rechtskräftig. Den Ausgang dieses Verfahrens sieht auch AKNÖ-Präsident Josef Staudinger als großen Erfolg für Frau G. und die Arbeiterkammer: "Es war für uns selbstverständlich der Mutter von zwei Kindern sofort hilfreich unter die Arme zu greifen."
Ein wichtiger Hinweis der Konsumentenschützer: " Weihnachtsbäume trocknen in beheizten Räumen sehr rasch aus und stellen somit eine hohe Brandgefahr dar. Aus diesem Grund sollte man in ihrer Nähe sehr vorsichtig mit offenem Feuer umgehen. Der Brandverlauf erfolgt schlagartig und ist mit den üblichen einfachen Löschmitteln kaum beeinflussbar."

Rückfragen: AKNÖ, Konsumentenberatung, 01/ 58883-1616

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