"Kleine Zeitung" Kommentar: "Entschärft" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 14.8.2000

Graz (OTS) - Sieben Stunden dauerte das nächtliche Treffen
zwischen dem österreichischen Bundeskanzler und dem tschechischen Ministerpräsidenten in den barocken Prunkgemächern des Stiftes Melk. Der EU-Erweiterungskommissar spielte den Schiedsrichter. Zum Schlusspfiff trennten sich die wegen Temelin zerstrittenen Nachbarn mit einem Unentschieden.

Tschechien wird den Atommeiler nicht abschalten, es stimmte aber zu, dass die Sciherheit des mit westlicher Technik umgerüsteten Kraftwerks russischen Ursprungs unter Aufsicht der Brüsseler Behörde überprüft wird.

Mehr als diese Kontrolle, die von Wolfgang Schüssel zur "umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung" aufgeblasen wurde, war nicht erreichbar. Immerhin rang sich Milos Zeman zum Eingeständnis durch, dass die Sicherheit von Temelin eine europäische und keine nationale Frage ist.

Mit der Vereinbarung wurde ein Konflikt entschärft, der die Beziehungen zwischen den Nachbarn vergiftete. Dass Wien den Beitritt Prags zur EU blockiert, ist ebenso unrealistisch wie unsere fundamentale Anti-Atom-Politik. Alle Ost-AKW, die Österreich verhindern wollte, sind noch in Betrieb gegangen. ****

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