Leitl ist internationale Ausbildung der Studenten ein besonderes Anliegen

WKÖ-Präsident spricht vor Studierenden über künftige Bildungsanforderungen, Zukunft der Sozialpartnerschaft und EU-Erweiterung

Wien (PWK1081) - Die Sozialpartnerschaft soll sich
weiterentwickeln. "Im Mittelpunkt muss der Wirtschaftsstandort Österreich stehen, darum brauchen wir künftig eine Standortpartnerschaft", formulierte gestern abend Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, seine Ziele für die zukünftigen Schwerpunkte der Interessenvertretung. Anlass dafür war ein Vortrag vor Studierenden der juridischen Fakultät in Wien. Leitl präsentierte in diesem Zusammenhang auch die Reformvorhaben der Wirtschaftskammer Organisation. "Wir wollen schlanker und kreativer werden und so ein Vorbild für den Staat Österreich sein." Ein besonderes Anliegen ist Leitl die Erweiterung der Europäischen Union. Vor den Studenten sprach er von einer zweiten großen Chance auf einen gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum nach Scheitern der Monarchie zu Beginn des 20.Jahrhunderts.

Konfrontiert wurde Leitl aber auch mit den geplanten Studiengebühren. Er zeigte sich überzeugt, dass durch die Einführung der Studiengebühren mit dem "Gut" Bildung verantwortungsvoller umgegangen wird. Er bekennt sich zu den Gebühren, hat aber immer gesagt, dass diese nur unter flankierenden sozialen Maßnahmen eingeführt werden dürfen. "Niemandem darf das Studium aus finanziellen Gründen verwehrt werden." Leitl zog auch einen Vergleich zur Meisterausbildung, die ebenfalls beträchtliche Kosten für den einzelnen aufwirft. Positiv nahm er die Anregung der Studenten auf, bei Auslandsstudien Unterstützungen vorzusehen. "Mir ist die internationale Erfahrung beim Studium ein besonderes Anliegen. Lernen Sie Sprachen und andere Kulturen, das zählt in der heutigen Arbeitswelt."

"Die Sozialpartnerschaft ist nicht tot, denn es gibt heute ein breites Betätigungsfeld für Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen", unterstrich Leitl die Bedeutung der Interessenvertretung in der heutigen Zeit. Der WKÖ-Präsident sieht dabei vor allem auf der EU-Ebene neue Aufgaben. "Dort werden heute wichtige Entscheidungen gefällt, da müssen wir uns verstärkt einbringen." Die Defizitbeseitigung sieht Leitl als gemeinsame Aufgabe. "Das Defizit gehört rasch beseitigt, denn so fressen uns die Zinsen auf und es bleibt kein Geld für Forschung und Bildung übrig." Den Weg dorthin sieht der WKÖ-Präsident auch in einem Abschlanken des Staates. Und seine Organisation gibt dabei Vorbildwirkung ab. "Sie könne den Staat Österreich durchaus mit der Organisation Wirtschaftskammer vergleichen. Wenn wir es schaffen 30 Prozent einzusparen und die Qualität der Dienstleistung zu steigern, dann kann das der Staat auch schaffen."

Für die bevorstehende EU-Erweiterung gibt sich Leitl optimistisch. "Es gibt Problemfelder. Doch wir haben es bisher immer geschafft durch gemeinsame Aktivitäten Nachzüglern zu einer prosperierenden Wirtschaft zu verhelfen. Denken Sie nur an den wirtschaftlichen Aufholprozess von Portugal und Spanien." Vor allem das Argument der dauerhaften Friedenssicherung zählt für Leitl. "Denn was nützt Ihnen Ihre Berufsausbildung, wenn es plötzlich kracht?" (AB)

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