AK-Präsident Dinkhauser: "Schluss mit weiteren unsozialen Maßnahmen gegen die Menschen!"

Leistungskürzungen und Selbstbehalte kein Reformkonzept für kranke Kassen

INNSBRUCK (OTS) - "Die Diskussion über Selbstbehalte der Patienten bei Arztbesuchen ist derzeit so unnötig wie ein Kropf", reagiert der Tiroler AK-Präsident Fritz Dinkhauser empört auf jüngste Überlegungen des VP-Sozialsprechers. "Wer glaubt mit solchen Maßnahmen die triste Finanzlage der Krankenkassen lösen zu können, hat keine Ahnung über die tatsächlichen Ursachen, die zu dieser Situation der Krankenkassen geführt haben." Mit weiteren Leistungskürzungen und zusätzlichen Belastungen der Patienten wird die Krankenversicherung auf Dauer nicht reformiert werden können. "Man muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass eine Beitragserhöhung überfällig ist. Seit rund zehn Jahren wurde der Krankenversicherungsbeitrag mit Wirkung für die Krankenversicherung nicht mehr erhöht. Jedermann weiß, dass sich in diesen zehn Jahren der medizinische Fortschritt zum Vorteil der Versicherten weiterentwickelt hat, dies aber natürlich auch mit enormen Kostensteigerungen verbunden ist."

Dinkhauser: "Viele Untersuchungen zeigen, dass Selbstbehalte nur kurzfristig zu einer Einnahmensteigerung führen, auf Sicht gesehen jedoch sogar eine Kostensteigerung verursachen. Nimmt man die Rezeptgebühr als Beispiel, die ja auch einen Selbstbehalt bei Beschaffung der Medikamente darstellt, ist deutlich zu sehen, dass dadurch der Medikamentenverbrauch in keiner Weise eingedämmt werden kann. Im Gegenteil, die jährlichen Ausgabensteigerungen für Medikamente zwischen 10 und 15 Prozent sind eine wesentliche Ursache für die defizitäre Gebarung der Krankenkassen. Schon in der Vergangenheit konnte beobachtet werden, dass etwa Erhöhungen der Rezeptgebühr nur kurzfristig zu einer Reduzierung des Medikamentenverbrauchs geführt haben."

"Selbstbehalte kommen einer "Krankensteuer" gleich und treffen den, der im Krankheitsfalle Hilfe braucht. Unser Krankenversicherungssystem baut jedoch auf dem Solidaritätsprinzip auf, das sich bisher bestens bewährt hat. Selbstbehalte höhlen dieses bewährte System aus, und belasten im Krankheitsfalle den Patienten", so Dinkhauser. "Ich appelliere an jene VP-Politiker, denen soziale Werte noch ein Anliegen sind, sich rechtzeitig zu besinnen und zu erkennen, dass endlich Schluss sein muss mit den unsozialen Maßnahmen gegen die Menschen. Aus Sicht des Familieneinkommens wirken sich Selbstbehalte - gerade bei schweren Krankheiten oder Dauerkrankheiten in der Familie- besonders drastisch aus, zumal gerade in letzter Zeit immer mehr und neue Selbstbehalte eingeführt wurden."

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