Gewerbeverein: Selbstverständlich geht ein Ministerialrat als Sektionschef in Pension

Wien (OTS) - Ein Ministerialrat im Bundeskanzleramt geht Ende 2000 in Pension. In den Medien werden seine Verdienste zurecht gewürdigt. Merkwürdig nimmt man dann den Satz zur Kenntnis: Zum Dank bekam er den Titel "Sektionschef" in den Ruhestand mit. Es wird kaum angenommen, dass der Titel ohne zusätzliche Mittel vergeben wurde. Warum leben wir in einem Land, in dem es selbstverständlich ist, dass alle Berufstätigen Mitte 2000 einer Pensionsreform unterzogen wurden - der Herr Ministerialrat allerdings eine Pensionshöhe erhält, in einer Höhe, die seinem Aktivbezug nicht entspricht. Aber dieses Vorgehen scheint Übung zu sein.

Sonst würde nicht im anderen Fall das Aussetzen einer "außerordentlichen Vorrückung" von 107 Beamten in Kärnten bis hin zu Dienststellenversammlungen führen.

Im öffentlich-rechtlichen Bereich hat man sich offenbar noch nicht damit abfinden können, dass Ministerialrat am 31.12.2000 auch Ministerialrat am 1.1.2001 bedeutet, und dass außerordentlich eben mit außergewöhnlich gleichzusetzen ist.

Lehrer haben überhaupt das Problem mit dem Verlust von Privilegien fertigzuwerden.

In diesem Land - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) -haben mit der Steuerreform 2000 die unselbstständig Erwerbstätigen 30 Milliarden zusätzlich erhalten. Der Wirtschaft flossen zur Standortverbesserung - so WIFO - lediglich zwei Milliarden zu.

Alle 32 Milliarden waren zuviel geschenkt. Nun wird allen wieder genommen. Der Wirtschaft mehr als den unselbstständig Erwerbstätigen. Da werden doch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst - besonders jene mit ganz besonderer Vorbildfunktion jenes Einsehen haben und nicht von Vorrückungen e.h. oder automatischer Außerordentlichkeit träumen.

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