Millionen Wintersportler kennen keine Pistenregeln: Neue Sicherheitsaktion gestartet

"Sicher Leben"-Studie zeigt: Wissensstand über Pistenregeln ist äußerst lückenhaft

Wien (OTS) - 83 Prozent der Wintersportler wissen nicht, daß es 10 Pistenregeln gibt, 18 Prozent kennen keine einzige Sicherheitsregel. Immer wieder kommt es dadurch zu kritischen Situationen auf Österreichs Pisten. Gemeinsam mit dem Österreichischen Skiverband und dem Fachverband der Seilbahnen werden im Rahmen der Aktion "Pistenregeln 2000" Wintersportgebiete mit neuen Regel-Aufklebern ausgestattet - auch in Englisch, für Gäste, die die Regeln im Durchschnitt noch weniger kennen als Österreicher.

Jährlich 8 Millionen Skifahrer und Snowboarder auf Österreichs Skipisten

Auch wenn der Schnee derzeit noch auf sich warten läßt, werden sich auch in dieser Saison wieder an die 8 Millionen Skifahrer und Snowboarder auf Österreichs Pisten tummeln. Die österreichischen Seilbahnen verzeichnen jährlich rund 500 Millionen Beförderungen. Rund 90.000 Pistenbenützer werden voraussichtlich auch in dieser Saison wieder Verletzungen erleiden. Eine aktuelle Studie des Institutes "Sicher Leben" zeigt, daß die Regeln für einen sicheren Skilauf vielfach unbekannt sind, wodurch Pistenfans ein unnötig großes Verletzungsrisiko in Kauf nehmen.

300 Skifahrer und Snowboarder am Prüfstand

Insgesamt zeigten sich im November 2000 in den 300 österreichweit durchgeführten Telefoninterviews bei rund 80 Prozent der Befragten teilweise erhebliche Wissenslücken. Zwar gaben 69 Prozent an, schon von den FIS-Verhaltensregeln gehört zu haben, aber nur 17 Prozent wußten, daß es 10 FIS-Pistenregeln gibt. Zu den bekanntesten Sicherheitsempfehlungen zählen "Rücksicht nehmen" und "Beim Wegfahren nach oben schauen": Diese zwei Regeln kennen jeweils rund 30 Prozent der Befragten. Die "Vorrangregel" liegt mit 15 Prozent bereits etwas abgeschlagen. Allerdings vermuten viele irrtümlich die "Rechtsregel" gelte auch auf der Piste (Richtig ist aber: Vorrang hat der Langsamere). 18 Prozent der Befragten konnten keine einzige Verhaltensregel benennen.

Liftanlagen und Medien als Informationsquellen - nur 14 Prozent wurden in Skischulen über Pistenregeln "aufgeklärt"

Trotzdem halten sich die meisten Pistenbenützer für ausreichend informiert, nur rund 20 Prozent der Skifahrer und Snowboarder wünschen sich mehr Informationen zu Pisten- und Verhaltensregeln. Als wichtigste Informationsquelle in Sachen Pistensicherheit gelten die Pisten- und Liftanlagen: Rund ein Drittel der Befragten holte sich dort Informationen rund um ein sicheres Pistenvergnügen. Dicht gefolgt werden die Liftanlagen von den Medien, aus denen sich 26 Prozent in Sachen Pistenregeln schlau machten. Nur 14 Prozent gaben an, ihre Infos über Pistenregeln und Sicherheitsmaßnahmen in den Skischulen bekommen zu haben.

Die Moral auf Österreichs Pisten läßt erheblich zu wünschen übrig und ist mindestens so schlecht wie auf der Straße

Je ein Drittel der Befragten hält es nicht für nnotwendig, langsameren Fahrern Vorrang zu geben und einen Sicherheitsabstand beim Überholen einzuhalten. 11 Prozent verzichten sogar auf regelmäßige Pausen. 30 Prozent wärmen sich so gut wie nie auf und 20 Prozent geben offen zu, daß sie ihre Skibindungen nie überprüfen lassen.

Arbeitsgruppe "Safer Snow - More Fun": Sicherheit braucht Information

Da die Bekanntheit der Pistenregeln und ihre Umsetzung in der Praxis sehr unbefriedigend ist, wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe "Safer Snow - More Fun" gemeinsam mit dem Österreichischen Skiverband und dem Fachverband der Seilbahnen die Aktion "Pistenregeln 2000" gestartet. Ziel ist die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und die Steigerung der Akzeptanz der Verhaltensregeln.

Aktion "Pistenregeln 2000": 10 Empfehlungen für einen sicheren Wintersport

  • Bereite deinen Körper auf den Wintersport vor!
  • Einmal jährlich Bindungskontrolle vom Fachhändler!
  • Schwing unterhalb der Gruppe ab!
  • Nicht an unübersichtlichen oder engen Stellen stehen bleiben!
  • Im Laufe eines Skitages regelmäßig Pausen einlegen!
  • Schau nach oben bevor du losfährst!
  • Achtung, der Langsamere hat Vorrang!
  • Fahre deinem Können entsprechend - kontrolliert!
  • Während des Skitages auf Alkohol verzichten!
  • Nie in gesperrtes Gebiet einfahren!

Verstärkte Aufklärungsarbeit für mehr Sicherheit auf den Pisten

In Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Sitour werden die "Pistenregeln 2000" in Form von Aufklebern in den Liftgondeln angebracht. Damit wird auf unterhaltsame und sympathische Art "Aufklärungsarbeit" in Sachen Pistensicherheit geleisten - auch in Englisch, für Gäste, die die Regeln im Durchschnitt noch schlechter beherrschen als die Österreicher.

Kisser: Die mangelnde Bereitschaft, durch die Einhaltung der Pistenregeln auch etwas für die persönliche Sicherheit zu tun, ist bestürzend

"Es ist bestürzend, wie wenig die Sicherheitsregeln bekannt sind und wie gering ausgeprägt die Bereitschaft ist, diese Regeln einzuhalten und damit etwas für die persönliche Sicherheit zu tun. Dabei geht es um die eigene Gesundheit - das höchste aller Güter. Viele Sportler scheinen diesen Zusammenhang nicht zu kennen", sagt Dr. Rupert Kisser vom Institut "Sicher Leben".

Wolf: Verantwortungsbewußtsein macht sicher

"Die Sicherheitsstandards unserer Skigebiete sind sehr hoch. Aber 100-prozentige Sicherheit durch Technik gibt es nicht -Verantwortungsbewußtsein ist gefragt. Wir sorgen für die passenden Rahmenbedingungen, damit Sportler diese Verantwortung auch tragen können", so Dr. Erik Wolf vom Fachverband der Österreichischen Seilbahnen.

Nickl: Der alljährliche Pistenzauber wird regel(ge)recht zum sicheren Vergnügen

"Mehr als 90 Prozent der Unfälle auf der Piste sind selbstverschuldet! Nur wenn jedem Einzelnen seine Verantwortung bewußt ist, wird er "regelgerecht" Ski fahren. Es hängt nicht zuletzt von jedem Skifahrer selbst ab, ob er die Freude am Pistenzauber ohne Gipshaxn genießen kann ", so Mag. Lorenz Nickl vom Österreichischen Skiverband.

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