UMWELTDACHVERBAND & Ford Austria: Umweltpreis für Hühner-Musical, alte Mühlen und "Torferneuerung"

Ford-Umweltpreis wird heute von BM Molterer verliehen

Wien (OTS) - 100 Tümpel und Teiche in einem aufgelassenen Torfabbau, mehr Fische durch Kopfweiden, ein Musical für glückliche Hühner und das frische Klappern alter Mühlen werden heute in Wien von BM Wilhelm Molterer mit dem Ford-Umweltpreis ausgezeichnet.

Fünf originelle und engagierte Projekte für den Schutz des Natur-und Kulturerbes hat eine Jury von bekannten Umweltjournalisten und Experten aus über 100 Einreichungen ausgewählt. Die feierliche Verleihung der Preise findet heute im Oktogon Am Himmel (1190 Wien) um 18.00 Uhr durch Bundesminister Wilhelm Molterer und Fritz Schmutzhart, Generaldirektor Ford Austria, statt. 160.000 Schilling und Trophäen warten in vier Kategorien auf die fünf Preisträger.

Mit Kopfweiden Bach belebt - SchülerInnen kommen auf den grünen Zweig

Schülerinnen und Schüler der Volks- und Hauptschule Jennersdorf haben mit dem Verein "Auniwaundn" in den vergangenen zwei Jahren im Naturpark Raab im Südburgenland Kopfweiden nach traditioneller Art geschnitten, die Weidenruten gebunden und damit in einen strukturarmen Bach neue Lebensräume für Wasserkäfer, Edelkrebse und Fische gebaut. Eine kluge Synergie: Das Schneiden der Kopfweiden erhält die typischen Baumgestalten, schafft Nistplätze für Wiedehopf und Wendehals und bringt das ideale Baumaterial zur Belebung der Bäche. Der Fischbestand des Grieselbaches hat sich schon deutlich erholt. Überdies konnten zwölf Bewohner der Region wieder für das Korbflechten gewonnen werden. Ein praxisnahes Beispiel also, das auch anderswo Schule machen wird und den 1. Preis für "Naturschutz" erhält.

100 Tümpel und Teiche bringen neues Leben in alten Torfabbau

150 Jahre lang wurde auf dem einst größten Hochmoor Österreichs im Nordwesten Salzburgs Torf gestochen oder abgefräst. Zurück blieb eine wüste Lehmlandschaft. Seit heuer ist der Abbau ganz eingestellt. Aber schon seit acht Jahren arbeitet der "Torferneuerungsverein Bürmoos" daran, neues Leben in den alten Abbau zu bringen: rund 100 Tümpel und Teiche wurden seither angelegt, Entwässerungsgräben gestaut, blumenreiche Streuwiesen gesät, 80.000 Bäume und Büsche gepflanzt und tausende seltene Sumpf-Pflanzen gezüchtet und ausgesetzt. Alleine in den letzten zwei Jahren haben auf einer inzwischen 100 Hektar großen Fläche 80 Vereinsmitglieder 2.500 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet und so Laubfrosch und Fledermaus eine neue Heimat geschaffen. Storch, Rohrdommel, Kranich und selbst der Fischadler sind heute im Bürmooser Moor zu beobachten. Auch Gäste und Einheimische freuen sich über dieses "Paradies vor der Haustür". Der engagierte Verein zählt inzwischen fast 400 Mitglieder - vom Kleinkind bis zu den Älteren der Gemeinde sind die Bürmooser beim Anlegen von Tümpeln oder Mähen der Streuwiesen aktiv dabei. Auch dafür gibt es einen 1. Preis in der Kategorie Naturschutz.

Ein Musical, Schulhennen und Eierautomaten für den Tierschutz

Kinder der Volksschule Schendlingen (Vorarlberg) zeigen am Leben der Hühner, wie Menschen mit "Nutztieren" umgehen. Und haben sich dazu viel einfallen lassen. Im Musical "Mistkratzer" etwa bringen 40 Kinder die Anliegen des Tierschutzes und ihre Ablehnung der Legebatterien mit farbenprächtigen Kostümen und mitreißenden Chören unter die Leute. Auch als Music-CD und Song-Book erhältlich. Betriebsbesuche, das Aufstellen eines Automaten für Freilandeier in Bregenz und die Begründung eines Hühnerstalles auf der Schulwiese sind weitere Teile des großen Volksschulprojektes von 360 Kindern und unter dem Titel "So ein HühnerZasterEi!". Das erreichte Ziel: Die soziale und ethische Kompetenz der Konsumenten von morgen zu fördern. Mit dem 40.000-Schilling-Preis der Kategorie "Schulprojekte" wollen die SchülerInnen ein neues Umwelt-Musical produzieren.

Villgrater Handwerkskunst rettet "Venezianer-Säge"

Der Villgrater Heimatpflegeverein restaurierte in fünfmonatiger und ehrenamtlich geleisteter Bauzeit die 120 Jahre alte "Venezianer-Säge" des Wegelate-Hofes in Innervillgraten (Osttirol). Und bewahrte damit das einzige Sägewerk dieses Typs in der Region vor dem Verfall. Von den Achsen der Wasserräder konnten nur mehr die Maße genommen werden. Nicht besser stand es um die Wasserzuleitung und die innere Mechanik der seltenen Säge. Heute laufen die drei Sägeblätter nach venezianischer Ingenieurskunst und Dank Villgrater Handwerkskunst wieder optimal. Dafür gibt es den 1. Preis für die Erhaltung des europäischen Kulturerbes. Von Juli bis September, donnerstags und samstags von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Auskunft unter 04843 5240.

Die önj zwischen "Paradies und Roter Liste"

Zwischen "Paradies und Roter Liste" ist das Projekt der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) Haslach zur Rettung eines 17 Hektar großen Feuchtgebietes im Mühlviertel (Oberösterreich) angesiedelt. Die önj hat hier die "Torf-Au", eine bäuerliche Kulturlandschaft am Rande des Böhmerwaldes, zum Schutz vor Zerstörung freigekauft und dann gemeinsam mit Bauern als Lebensraum für bedrohte Arten weiterentwickelt. Seltene Vogelarten wie Wasseramsel und Braunkehlchen, gefährdete Falter wie der Wollbeinspinner oder die am stärksten gefährdete Tierart Österreichs überhaupt, die Flussperlmuschel, finden im Habitat-Mosaik der önj aus Quellmooren, Trockenwiesen, Fluss und Wässerwiesen Platz zum Überleben. Und nach dem Einbau eines großen Tannenholz-Wasserrades gab es im Vorjahr -nach langer, detailgetreuer Renovierung - den ersten Mahlgang in der Berdetschläger Bauernmühle, dem kulturhistorischen Kleinod der Torf-Au. Ein praktisches, umfassendes und modellhaftes Projekt einer Jugendgruppe zur Rettung einer alten bäuerlichen Kulturlandschaft mit großer Artenvielfalt, das mit dem 1. Preis in der Kategorie Kinder-und Jugendprojekte ausgezeichnet wird.

Heuer zum 17. Mal mit dem UMWELTDACHVERBAND: Der Ford-Umweltpreis

Der renommierte Ford-Umweltpreis, jetzt unter dem neuen Namen "Ford Motor Company Conservation and Environmental Grants", wurde in Österreich schon sechzehn Mal feierlich vergeben. Zu den Siegern des Vorjahres zählte etwa der "Entenverleih" der Umweltberatung Waldviertel. Die Idee: Gartenbesitzer können mit geliehenen Laufenten gegen die gefräßigen Nacktschnecken zu Felde ziehen. Garten und Umwelt bleiben damit vor Schneckengift verschont.

Weitere Informationen gibt es beim UMWELTDACHVERBAND, der den Ford-Umweltpreis seit siebzehn Jahren betreut. Genau 3.475.000 Schilling stiftete Ford Austria in dieser Zeit. Mehr als achzig Siegerprojekte konnten damit ausgezeichnet werden.

MedienvertreterInnen sind zur Preisverleihung herzlich eingeladen. Fotos: "Schülerinnen im Musical-Kostüm"; "Kinder bauen Bachlebensraum" auf Wunsch per e-mail.

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