European Telecom protestiert gegen neue Tarifaktion der Telekom Austria

"Wintertarife" liegen unter den Interconnectiongebühren - Antrag auf Unterlassung gestellt - Klage wegen Verstoßes gegen das Kartellgesetz

Wien (OTS) - Der alternative Telekommunikationsanbieter European Telecom International AG übt heftige Kritik an den sogannten "Wintertarifen" der Telekom Austria. Dieser Tarif in der Höhe von 8 Groschen pro Minute inklusive Umsatzsteuer im eigenen Vorwahlbereich (bei Gesprächen von 15 min Dauer) ist so niedrig angesetzt, dass alternative Anbieter selbst bei idealer Netzgestaltung zu keinem Zeitpunkt in der Lage sind, mit den direkten Kosten die Tarife des Ex-Monopolisten zu unterbieten. Zum Vergleich: Alleine die Interconnection-Gebühren, die alternative Anbieter an die Telekom Austria bezahlen müssen, belaufen sich auf mindestens 14 Groschen pro Minute exklusive Umsatzsteuer.

Diese als kurzfristige Maßnahme getarnten Niedrigpreise dienen nach Auffassung von European Telecom dazu, die Mitbewerber aus dem Markt zu drängen. European Telecom hat daher einen Antrag auf Untersagung an die Regulierungsbehörde gestellt. "Diese ist aber in der letzten Zeit durch völlige Untätigkeit aufgefallen. Wir vertrauen daher in diesem Zusammenhang nicht mehr auf die Regulierungsbehörde, sondern werden vor dem Kartell- und dem Handelsgericht Klage wegen Verstoßes gegen das Kartellgesetz einbringen. Weiters ziehen wir es in Betracht, die EU-Kommission einzuschalten, da es sich um eine Maßnahme handelt, die so gut wie alle Betreiber betrifft." sagt Maresa Meißl, Strategy and External Relations Director von European Telecom.

Problemfall Wettbewerbsregulierung

Meißl verweist in diesem Zusammenhang nochmals eindringlich auf die Forderung des Verbandes alternativer Telekom-Netzbetreiber VAT nach einer starken Sonderkartellbehörde, zumal das KommAustria-Paket in seiner nun vorliegenden Version in keiner Weise die Probleme der Wettbewerbsregulierung löst. Dieses Gesetz hätte ursprünglich dazu beitragen sollen, den Telekom-Wettbewerb effizienter zu gestalten. Beschlossen wurde es vom Ministerrat aber erst nachdem die einschlägigen Wettbewerbsbestimmungen entfernt worden waren.

Die alternativen Telekommunikationsanbieter investieren jährlich hunderte Millionen Schilling in Österreich. Diese Investitionen und damit zahlreiche Arbeitsplätze sind aufgrund der Untätigkeit der Regulierungsbehörde und der unbefriedigenden Regelung des Wettbewerbs im geplanten KommAustria-Paket gefährdet.

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