AAC - Speerspitze für die Märkte Osteuropas

Zwölf Unternehmen der Agrarwirtschaft bieten Gesamtlösungen für die Landwirtschaft an

Wien, 12. Dezember 2000 (AIZ). - Auf leisen Sohlen erobern innovative Unternehmen der Agrarwirtschaft die Märkte Osteuropas. Die Rede ist vom Austrian Agricultural Cluster (AAC), den Christoph Leitl, Wirtschaftskammerpräsident, auch als "Speerspitze für den MOEL-Markt" bezeichnet. Zwölf Firmen und Organisationen (Steyr, Pöttinger, Bertsch-Laska, Schauer, Cimbria Heid, Pioneer, Likra Tierernährung, Salinen Austria, VOS, ZAR, Lako, Wieser Consult) haben sich vor zwei Jahren zu einem Agricultural Cluster zusammengeschlossen, der unter einem Dach österreichisches Know-how und Gesamtlösungen für die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion anbietet. "Wir bieten nicht nur Zuchtrinder und Zuchtschweine an, sondern dazu auch die erforderliche Stalltechnik, das Saatgut, die Futtermittel und die Maschinen. Wir verstehen uns als Systemlöser entlang der gesamten Produktionskette", erklärte Hermann Wieser, Geschäftsführer des AAC gegenüber dem AIZ. Im kommenden Jahr will sich der AAC vor allem auf Rumänien, Restjugoslawien, die Slowakei, die Ukraine und Kroatien konzentrieren. ****

In Rumänien ist die österreichische Exportoffensive des AAC bisher erfolgreich verlaufen. Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) plant vier Musterfarmen im Norden von Rumänien zu errichten. Das heißt, es werden neben Zuchtvieh die entsprechenden Stallanlagen, Maschinen, Melkanlagen, Kühlsysteme und Fütterungstechniken exportiert. Finanziert wird das Projekt aus Sapard-Mitteln (150 Mio. Euro oder ATS 2,06 Mrd.), die vor zwei Wochen von der EU genehmigt wurden. Mit der Raiffeisenzentralbank als Partner wurden bereits maßgeschneiderte Finanzierungsmodelle entwickelt und Förderanträge erarbeitet. Wieser ist zuversichtlich, dass Mitte nächsten Jahres die eingebrachten Projektanträge der Österreicher von der akkreditierten Sapard-Agentur positiv beantwortet werden. Nach Genehmigung der Anträge würden die Lieferungen erfolgen, so Wieser.

Ex-Jugoslawien braucht Zuchttiere, Maschinen, Betriebsmittel und Know-how

Ein weiterer interessanter Markt für die österreichischen Agrarier sei Ex-Jugoslawien. Im Rahmen einer Fact-Finding-Mission wurden Mitte November erste Kontakte geknüpft, berichtete Wieser. Drei Großbetriebe mit Schweine- beziehungsweise Rinderhaltung zwischen 2.700 ha und 14.500 ha, ein Institut für Saatgutproduktion mit 700 Mitarbeitern und die Firma Sojaprotein wurden von einem Expertenteam besucht. Besonderes Interesse bestehe an Zuchtrindern, an (Land)Maschinen, Düngemitteln, Futtermitteln und Stallsystemen, informierte Wieser. Die Finanzierung zog sich bei den besuchten Betrieben "wie ein roter Faden durch die Gespräche", so der Geschäftsführer. Ex-Jugsolawien hoffe auf internationale Hilfe seitens der EU (Balkanhilfe) und der Weltbank. Doch bis Finanzmittel bewilligt werden, muss der AAC mit seinen Partnern geeignete Finanzierungsmodelle ausarbeiten.

Finanzielle Unterstützung vonnöten

Wieser betonte, wie wichtig für die österreichische Landwirtschaft und Wirtschaft solche Markterschließungen sind. Er appellierte an die Behörden und verantwortlichen Ministerien, entsprechende Budgetmittel zur Verfügung zu stellen, um künftige Märkte effizient bearbeiten zu können. "Denn wir können mit unserer finanziellen Mittelausgestaltung nur kleine Schritte machen", bedauert Wieser mangelnde Unterstützung durch die öffentliche Hand. Auch die ZAR wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass sich Österreich "von wichtigen Märkten nicht allzuviel erwarten darf, wenn hier nicht stärkere Initiativen gesetzt werden".

Öffnung der Märkte als große Chance für Österreich

Insgesamt stellt die EU für die zehn Beitrittskandidaten jährlich 520 Mio. Euro (ATS 7,15 Mrd.) an Vorbeitrittsmitteln zur Verfügung. Ein Viertel der Summe wird von den Staaten kofinanziert. Das heißt, insgesamt stehen 650 Mio. Euro (ATS 8,94 Mrd.) für Projekte zur Verfügung. Die Unternehmen müssen wiederum zusätzlich 50 % zum Fördervolumen aufbringen, und somit ergibt sich ein Investitionsvolumen von etwa 975 Mio. Euro (ATS 13,42 Mrd.). Österreich bekomme Wieser zufolge zwar nur ein kleines Stück vom Förderkuchen ab, doch beläuft sich das Potenzial für österreichische Invest-Projekte auf 20 Mio. Euro (ATS 275,2 Mio.). Dies sei für die österreichische Agrarwirtschaft eine große Chance. "Wir dürfen die Osterweiterung nicht verschlafen", mahnt Wieser. Denn die Markterschließung gehe sehr rasch vor sich. "Wir müssen uns beeilen, um uns als Österreicher bekannt zu machen". Der AAC zählt hier auf Unterstützung von Außenhandelsstellen und Vertretungen.

Der AAC ist kein geschlossenes Netzwerk. Laut Wieser seien die Bereiche Bewässerung, Beregnung, Melktechnik oder Mühlenwirtschaft noch nicht abgedeckt. Außerdem plant der AAC einen Pool von Experten einzurichten, der den Cluster mit Fachwissen unterstützt und berät. (Schluss) ek

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