Verzetnitsch: Arbeitsklima wird deutlich kälter

Plattform für Menschlichkeit in der Arbeitswelt gegründet

Wien (ÖGB). "Wir reden heute von Teamgeist, mehr
Eigenverantwortung und vom hohen Wert des Humankapitals. Gleichzeitig wird das Arbeitsklima deutlich kälter", stellte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bei einer Veranstaltung der neu gegründeten "Plattform für Menschlichkeit in der Arbeitswelt. Gegen Psychoterror am Arbeitsplatz" Montag Abend fest.++++

"In Wirklichkeit messen wir den Menschen nicht mehr den Wert bei, der ihnen zusteht", meinte Verzetnitsch und nannte ein Beispiel: Der Landwirtschaftsminister ordnet an, dass Biolandwirte generell unangemeldet überprüft werden. Gleichzeitig beabsichtigt der Wirtschaftsminister, dass die Kontrollen der ArbeitsinspektorInnen nur noch angemeldet stattfinden dürfen. Der ÖGB-Präsident: "Bei den Biolandwirten geht es um Produktqualität, bei den Kontrollen der ArbeitsinspektorInnen geht es um die Gesundheit von Menschen."

"Eine Art Polit-Mobbing" ortet Verzetnitsch, wenn, wie in den vergangenen Monaten geschehen, etwa die Beschäftigten im öffentlichen Dienst diffamiert werden, oder die Regierung andauernd verlautet, dass "die Sozialpartnerschaft unnötig ist und eigentlich keine Berechtigung mehr hat". Jedenfalls sei, so der ÖGB-Präsident, "Mobbing am Arbeitsplatz ein sensibles Thema und selbst BelegschaftsvertreterInnen sind manchmal noch unsicher, wie mit diesem Problem umzugehen ist. Wir wissen aber, dass Mobbing nicht durch Kompromisse zu beseitigen ist".

Die Forderungen der Plattform

O Psychische Gewalt nimmt zu, der Arbeitsfrieden ist gestört und die Menschenwürde wird verletzt. Deshalb werden gesellschaftliche Kräfte aufgefordert, Maßnahmen gegen psychische Gewalt zu ergreifen.
O Die Gesetzgebung muss endlich dem Phänomen der psychischen Gewalt Rechnung tragen - Eingang ins Straf-, Zivil- und Verwaltungsrecht.
O Durch Mobbing verursachte Krankheiten müssen im Arbeits- und Sozialrecht berücksichtigt werden.

An dieser Plattform beteiligen sich u.a. die Arbeiterkammer Wien, der ÖGB, die Evangelische Arbeitsgemeinschaft gegen Mobbing und das Institut für betriebliche Gesundheitsförderung.(ff)

ÖGB, 12. Dezember 2000 Nr. 1083

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