SP-Bauer : BSE-Krise Prüfstein und Wendepunkt der europäischen Agrarpolitik

Wien (SK) Als "Prüfstein und möglichen Wendepunkt der europäischen Agrarpolitik" bezeichnete SP-Abgeordneter Hannes Bauer die BSE-Krise. "Die BSE-Krise ist vorerst Prüfstein, ob die bisher zu zögerlichen Reaktionen der europäischen Agrarbürokratie rasch genug und rechtzeitig kommen werden. Bisher fehlt ein konsequentes Risikomanagement; die vorliegenden Ergebnisse des Diskussionsprozesses sind noch immer zu stark geprägt von Lobbypolitik auf Kosten der Gesundheit des Menschen", kritisierte Bauer am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Jeder Mensch - und Konsumenten sind wir alle - hat das Recht auf gesunde Nahrungsmittel. Bei der Herstellung dieser gesunden Lebensmittel dürfen keine faulen Kompromisse mehr möglich sein -daher endgültig aus für Tiermehl." Bauer sieht die Zeit für eine Wende in der Lebensmittelproduktion gekommen: "Die industrialisierte Landwirtschaft wird immer deutlicher zum Risiko: Der Rinderwahn ist Symptom des Menschenwahnes. Profitgier, die durch Quantität zulasten der Qualität erreicht werden soll. Die BSE-Krise hat dies wie kein anderer Lebensmittelskandal der vergangenen Jahrzehnte gezeigt".

Die Diskussion dürfe nicht ausschließlich anlassbezogen geführt werden; eine tiefgreifende Wende müsse in den Köpfen stattfinden. "Der BSE-Skandal hat uns einen neuerlichen Einblick in die Ungeheuerlichkeiten einer industriellen Tierproduktion ermöglicht. Dass Kühe an Kühe verfüttert werden - in Österreich besteht übrigens seit 1990 ein Verbot der Verfütterung von Tiermehl an Rinder - dafür darf es in Europa künftig keinen Platz mehr unter dem Deckmantel ökonomischer Aspekte geben. Ethische Grundwerte in der Landwirtschaft sind keine Verhandlungssache", sagte Bauer. "Aber auch der Konsument muss begreifen, dass gesunde Lebensmittel andere Herstellungskosten verursachen und ein gerechter Ausgleich mit dem Produzenten, unseren Bauern, stattzufinden hat." Ein den Produktionskosten angemessenes Einkommen der Produzenten würde mehr Sicherheit im Gesundheitsbereich herbeiführen; weg von den "mafiösen Herstellungsmethoden" in den Tierfabriken hin zu bäuerlichen Betrieben mit artgerechter Tierhaltung.

Der beste Konsumentenschutz aber ist das Verhalten des Konsumenten selbst: weg von den Billigangeboten der Massentierhaltung hin zu Qualität aus verantwortungsvollen Betrieben. Dies führt zu einer radikalen Änderung der derzeitigen Landwirtschaftspolitik zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

Die Politik, und hier konkret auch die EU-Agrargremien, seien gefordert, jetzt die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür zu schaffen; gesunde Nahrungsmittel unter fairen Wettbewerbsbedingungen - dieser europäischen Position müsse man künftig auch in der WTO gerecht werden, schloss Bauer. (Schluss) ps/mp

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