Gesundheitsschädigende Weichmacher vergiften Frühgeborene

Wien (OTS) - Auf Frühgeborenen-Stationen gehört Leberversagen zu den gefürchtetsten Komplikationen. Im Extremfall kann es zu irreversiblen Gehirnschäden oder völligem Organversagen kommen. Warum gerade die Leber bei den oft nur 1500 Gramm schweren Winzlingen so häufig versagt, konnten sich die Mediziner bisher nicht erklären.

Surfmed, die größte deutschsprachige Gesundheitsplattform, bietet nun eine beinahe unfaßbare Erklärung: Gerade die schwächsten menschlichen Geschöpfe werden systematisch mit dem giftigen Weichmacher DHEP konfrontiert. Fast 60 Prozent aller im Gesundheitswesen verwendeten Plastikprodukte - Infusionsschläuche, Spritzen Beatmungsmasken oder Blutbeutel bestehen aus PVC.

Gerade Frühchen kommen damit ständig in Berührung: Sie müssen oft künstlich ernährt oder beatmet werden - und bei jeder Behandlung werden die giftigen Weichmacher aus den Schläuchen ausgeschwemmt und direkt ins Blut transportiert. Wie groß die Belastung ist hat ein interdisziplinäres Forscherteam aus Neonatologen, Kinderchirurgen und Toxikologen am Universitätsklinikum Mannheim erhoben. Die DEHP-Belastungen lagen um das Tausendfache (!) über der Durchschnittsbelastung Erwachsener. "Derart extreme Dosen können nicht ohne Wirkung bleiben", sagt Studienleiter Steffan Loff. "Das Ausmaß der Schädigungen auf die Intensivpatienten, insbesondere auf Frühchen, ist sehr groß".

Noch drastischer formuliert es der Wiener Umwelttechniker Manfred Mühlberger, der gemeinsam mit dem Bostoner Toxikologen Mark Rossi eine umfassende Arbeit zum Thema DHEP erstellte: "Wer weiterhin am Status Quo festhält, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, Babys fahrlässig zu vergiften."

Die von surfmed veröffentlichten Mißstände werden die Gesundheitsbehörden wohl nur schwer erklären können. Immerhin sorgte der Weichmacher DEHP bereits vor zwei Jahren für eine EU-weite Debatte, die ein Phthalate-Verbot im Kinderspielzeug nach sich zog. Im Tierversuch war dem Weichmachern negativer Einfluss auf die Ausbildung speziell der männlichen Geschlechtsorgane nachgewiesen worden. Auch andere mögliche Organ-Schäden waren vermutet worden.

Im besonders sensiblen Gesundheitsbereich hat das offenbar niemand beunruhigt. Nun fordert Mühlberger ein rasches Umdenken. "Es ist empfehlenswert, PVC-Schläuche so schnell als möglich zu verbieten. Alternativen wie Polyethylen oder Polyolefine sind noch teuer, aber es gibt sie."

Im surfmed-Magazin unter www.surfmed.at erfahren Sie vom 12. Dezember bis zum 15. Dezember 2000 Hintergründe, weitere Fakten und Reaktionen zu diesem umstrittenem Thema.

Bildmaterial zum Thema der Woche "Alarm auf der Frühgeborenen-Intensivstation" finden Sie auch unter:
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