Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/EU "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Ein Hauch von Schadenfreude

Ausgabe vom 8. Dez. 2000 Klagenfurt (OTS) Im Vorfeld des Nizza-Gipfels fand in Österreich ein Anti-EU-Volksbegehren statt. 194.000 Österreicherinnen und Österreich sind für den Austritt aus der Europäischen Union. Ein Erfolg für die Initiatoren? Es sind viele Stimmen, wenn man bedenkt, dass das Begehren praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne ging. Es sind wenige Stimmen, wenn man weiß, dass die FPÖ intern zum Mitmachen aufforderte. Zwar bezeichneten Vertreter aller vier Parlamentsparteien das Ergebnis als einen "beachtlichen Erfolg", sie stellten jedoch klar, dass eine Wiederholung des EU-Referendums aus dem Jahr 1995 nicht in Frage komme. In Nizza geht es um mehr als nur um ein Begräbnis, da geht es um Macht. 82 Millionen Deutsche wollen ein größeres Mitspracherecht als 52 Millionen Franzosen. Die Deutschen streben die Hegemonie in Europa an. Dass dieser Anspruch auf Vorherrschaft Paris nicht passt, ist aufgrund der blutigen Vergangenheit verständlich. Zwischen Chirac und Schröder kriselt es. Wäre die Sache nicht so ernst, müsste man als Österreicher einen Hauch von Schadenfreude verspüren. Immerhin waren die beiden Staatsmänner ein Herz und eine Seele, als es darum ging, die Alpenrepublik mit dümmlichen Santionen einzuschüchtern. Auf der Tagesordnung sollte in Nizza aber nicht nur das Wörtchen macht, sondern auch die Menschlichkeit stehen. Tausende demonstrierten gestern für eine ""Union der Menschen, nicht des Geldes". Europa blickt auf den Nobelkurort der Superreichen. Ein böses oder ein gutes Omen?

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