"Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 11. Dezember, im ORF: Ein Poet aus Wien - H. C. Artmann

Wien (OTS) - Er war einer der größten Dichter im Nachkriegsösterreich. Dass Poesie vor allem eine Frage der Geisteshaltung ist, war das Credo des H. C. Artmann, das er 1958 in seiner "Proklamation des poetischen Actes" formulierte. Barbara Rett präsentiert am Montag, dem 11. Dezember, um 22.30 Uhr in ORF 2 in "Treffpunkt Kultur" live aus dem ORF-Zentrum einen Nachruf auf den bedeutenden österreichischen Dichter: Ein Poet aus Wien - H. C. Artmann.
Dieser Tage verstarb der Schustersohn aus der Wiener Vorstadt im 80. Lebensjahr. "med ana schwoazzn dintn" heißt sein populärster Band, mit dem er in den späten fünfziger Jahren einen Sensationserfolg verbuchte: bitter-böse Gedichte, die von vielen mit anheimelnder Dialektdichtung verwechselt wurden. "Treffpunkt Kultur" hat Freunde und Weggefährten zur Literatur des Hans Carl Artmann befragt. Zu Wort kommen unter anderem Gerhard Rühm und Peter Turrini.

"Probieren Sie’s mit einem Jüngeren": Senta Berger und Regisseur Michael Kreihsl live in "Treffpunkt Kultur". Eigentlich liebt sie einen Älteren. Aber was tut man nicht alles fürs Geschäft? So engagiert Karin Norden, Autorin von Lebenshilfebüchern, eben einen jüngeren Lover. Die Parole, die sie ihrer weiblichen Leserschaft ausgibt, ist auch Titel einer neuen ORF-Komödie: "Probieren Sie’s mit einem Jüngeren". Senta Berger spielt die findige Autorin, deren Publicity-Gag nach hinten los geht. Den angeheuerten Mann an ihrer Seite wird sie so schnell nicht mehr los. Der jüngere Liebhaber -gespielt von Ulrich Reinthaller - wird von der societygierigen Öffentlichkeit taxiert, wie das sonst nur Frauen erleben müssen. Die feministischen Anklänge im komödiantischen Geschlechterkampf kommen nicht von ungefähr: Elfriede Hammerl, Leitfigur des Feminismus in Österreich, hat das Drehbuch geschrieben. Regie führt Michael Kreihsl, der zuletzt mit seinem Kinofilm "Heimkehr der Jäger" Publikum und Kritiker überzeugen konnte. "Treffpunkt Kultur" stellt den Film vor. Senta Berger und Regisseur Michael Kreihsl sind Live-Gäste im Studio.

König Ottokar: Macht & Ohnmacht: Karl Markovics über seine neue Rolle live im Studio. Was macht einen talentierten, klugen und charismatischen Politiker blind und blindwütig? Fasziniert vom Schicksal Napoleons wollte Franz Grillparzer den Zusammenhang von Machtrausch und Realitätsverlust deutlich machen. Mit "König Ottokars Glück und Ende" wich er ins weniger verfängliche Mittelalter aus. Doch mit dem Österreich-Lob des Ottokar von Hornek wurde das Drama zum Nationalgedicht. Jetzt versucht Regisseur Georg Schmiedleitner das Stück heutig zu inszenieren und vom Ballast des Pathos zu befreien. Premiere ist am Sonntag, dem 10. Dezember, im Wiener Volkstheater. In der Titelrolle steht Karl Markovics auf der Bühne. Einmal mehr hat der Serienliebling Gelegenheit, einer Theaterfigur Profil zu verleihen. "Treffpunkt Kultur" berichtet über die Inszenierung. Karl Markovics ist Gast von Barbara Rett im Studio.

Verdi Superstar: Eine Spurensuche zum 100. Todestag. Er stammte aus einer Familie von Bauern und Kleinhändlern - und wurde zum König der Musik. Giuseppe Verdi führte die italienische Oper zu ihrer höchsten Blüte - ein Superstar des 19. Jahrhunderts. Am 27. Jänner jährt sich sein Todestag zum 100. Mal - und damit erreicht ein neuer Verdi-Boom seinen Höhepunkt, der sich schon in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Die Mailänder Scala - jenes Haus, dem Giuseppe Verdi am engsten verbunden war - zollt dem Opern-Giganten Tribut. Mit "Il Trovatore" wird die Saison eröffnet, am Dirigentenpult steht Riccardo Muti, der 2001 auch an der Wiener Staatsoper das Verdi-"Requiem" dirigieren wird. "Treffpunkt Kultur" versucht die Faszination, die von Verdi ausgeht, zu ergründen. Die Spurensuche führt an die Scala, in Verdis Geburtshaus und in sein Wohnhaus. Wichtige Station ist auch die Wiener Staatsoper, die Verdi als "das erste Theater" im deutschen Sprachraum bezeichnet hat. Dort finden vom 8. bis 31. Jänner Verdi-Festspiele statt: 13 verschiedene szenische Produktionen stehen auf dem Spielplan. Im März wird ein Verdi-Ballett aufgeführt, im Mai Verdis "Requiem" und - erstmals in der Geschichte des Hauses am Ring - "Nabucco".

Die Stadt, ihre Kunst & ihr Design: Ein Pro & Contra mit Peter Noever und Peter Marboe. Der mittlerweile verstorbene US-Künstler Donald Judd hatte eine Vision von Kunst und Architektur - doch die haben Wind und Wetter in Fetzen gerissen: Stage Set heißt seine einst farbenfrohe Großplastik aus Stahl und Stoffbahnen, die im Wiener Stadtpark zusehends verwittert. Ein Symbol für den Stellenwert von Kunst im öffentlichen Raum? Das Wiener Museum für angewandte Kunst hatte die Installation vor fast fünf Jahren der Stadt Wien geschenkt. Einzige Auflage: für den Erhalt habe die Gemeinde aufzukommen. Es blieb bei Beteuerungen, das Objekt in Stand zu setzen. Während Kunst im öffentlichen Raum hier zu Lande oft ein Schattendasein fristet, wuchert im Stadt-Design ein obskurer Formenreichtum: Telefonzellen, Parkbänke, Poller und Beleuchtungskörper bilden in Wien ein ästhetisch fragwürdiges Sammelsurium. Seltsam deplatziert wirken auch die historisierenden Kandelaber, die die eben entstehende Fritz-Wotruba-Promenade entlang des Wienflusses beleuchten. Hier werde das von Otto Wagner geplante historische Gelände geschändet, zürnt MAK-Direktor Peter Noever. Einer der Gründe für die oft missglückte Stadtmöblierung liegt in der Vielzahl der Mitspracheberechtigten - darunter die Hälfte aller Magistratsabteilungen, auch Polizei und Bundesämter. "Treffpunkt Kultur" zeigt exemplarische Beispiele für den Umgang mit Stadt-Design und Kunst im öffentlichen Raum. Als Diskussionsgäste live im Studio begrüßt Barbara Rett MAK-Direktor Peter Noever und Wiens Kulturstadtrat Peter Marboe.

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